Bürgerbegehren : Ganz Tempelhof soll Baudenkmal werden

Nachdem der Volksentscheid für die Erhaltung des Flughafens Tempelhof scheiterte, ist nun ein weiteres Bürgerbegehren gestartet. Ein Aktionsbündnis will den weltweit ersten Verkehrsflughafen als Baudenkmal erhalten.

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Flughafen Tempelhof: Ein neues Bürgerbegehren soll Tempelhof als Baudenkmal erhaltenFoto: ddp

BerlinDas Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de hat am Montag ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Flughafens Tempelhof als Baudenkmal begonnen. Längerfristiges Ziel sei die Aufnahme der Gesamtanlage in die UNESCO-Welterbeliste, erklärten die Initiatoren. Ein Volksentscheid auf Landesebene über den Weiterbetrieb des Verkehrsflughafens war am 27. April gescheitert, da nicht genügend Menschen an der Abstimmung teilnahmen. Der Flugbetrieb in Tempelhof wird am 31. Oktober um 0:00 Uhr eingestellt.

Das Bürgerbegehren richtet sich an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Das Aktionsbündnis fordert unter anderem, den Komplex als ein "Denkmal von nationalem und internationalem Rang" dauerhaft zu erhalten und zu schützen. Der bestehende Denkmalschutz für Gebäude und Vorfeld soll auf Freiflächen, Roll- und Startbahnen mit Schutzstreifen sowie Betriebsflächen ausgedehnt werden. Der Bezirk wird zudem aufgefordert, sich bei Senat und Bundesregierung für eine zukünftig schwerpunktmäßige Nutzung Tempelhofs als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen einzusetzen.

Der Flughafen Tempelhof ging 1923 als weltweit erster Verkehrsflughafen in Betrieb. Der heutige fast 1,3 Kilometer lange Hallenzug wurde 1934 während der NS-Diktatur vom Architekten Ernst Sagebiel entworfen. Er galt damals als das flächenmäßig größte Gebäude der Welt. Die 1936 begonnen Bauarbeiten wurden vom Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 beeinträchtigt. Bis Kriegsende 1945 konnte das Gebäude nicht ganz fertig gestellt werden.

Damit das Bürgerbegehren zustande kommt, müssen innerhalb von sechs Monaten mindestens drei Prozent der zum Bezirksparlament Wahlberechtigten die Unterstützerlisten unterschreiben. Die Listen liegen in Kiosken und Restaurants in Tempelhof-Schöneberg aus. In den kommenden Wochen werden auch auf den Straßen des Bezirks Unterschriften gesammelt. (jar/ddp)

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