Berlin : Bürgerinitiative erfolgreich: BVG besiegt

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Nach anderthalbjährigem Hin und Her konnte die Bürgerinitiative Loeperplatz (BiL) jetzt Pläne der BVG vereiteln, die Wiege Lichtenbergs zu verunstalten. Um eine eigene Trasse für die Straßenbahn zu schaffen, wollte die BVG an der Möllendorffstraße insgesamt 29 teils mehr als 100 Jahre alte Bäume fällen. Zudem sollte der denkmalgeschützte Dorfanger mit einer Kirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts verkleinert werden. Doch damit stieß sie auf harsche Kritik der eigens gegen dieses Vorhaben gegründeten Bürgerinitiative Loeperplatz. Auch Bezirkspolitiker und die oberste Denkmalschutzbehörde standen den Plänen skeptisch gegenüber.

Doch während Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) eine Kompromisslösung in Kauf genommen hätte, lehnten die BiL sowie die Bezirksverordneten auch abgespeckte Varianten ab. Diese sah beispielsweise vor, lediglich zwei Bäume zu fällen und sechs weitere umzupflanzen.

Wie Geisel mitteilte, hat sich der Bezirk jetzt gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sowie dem Landesdenkmalamt darauf geeinigt, keinen Eingriff in den Anger zuzulassen. So soll es am Loeperplatz künftig keine eigene Trasse für die Straßenbahn geben. Grund für geplante Veränderung: In Höhe des Angers muss sich die Straßenbahn eine der zwei Fahrspuren mit dem Autoverkehr teilen und steht dort während der Hauptverkehrszeiten regelmäßig im Stau.

Anstelle der eigenen Trasse soll künftig eine veränderte Schaltung der Ampeln an der Scheffelstraße das Steckenbleiben verhindern. Damit die Straßenbahn schneller vorankommt, sollen zudem zwischen Storkower Straße und dem Nordzipfel des Angers die Gleise begradigt werden. Geisel rechnet damit, dass die Genehmigung für die Gleisarbeiten noch in diesem Jahr erteilt werden kann. Voraussichtlich im kommenden Herbst kann die BVG mit den Arbeiten beginnen.

Acht Millionen Mark stehen dem Unternehmen aus dem Förderprogramm für den Öffentlichen Personennahverkehr der Bundesregierung zur Verfügung. Die Kosten für die neuen Ampelanlagen in Höhe von 250 000 Mark werden vom Land Berlin getragen. Voraussichtliche Dauer der Gleisarbeiten: drei Jahre.

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