Bürgerinitiative : Umweltpreis für saubere Ideen

Besser kann es für eine Bürgerinitiative nicht laufen: Erst hat die Aktion „Nein zum Kohlekraftwerk“ ihr Ziel erreicht, und nun wird sie geehrt. Gestern Abend stand im Roten Rathaus die Verleihung des Berliner Umweltpreises vom Bund an.

Der wird in der Hauptkategorie „Umweltengagement“ mit 3000 Euro und einer Laudatio des Regierenden veredelt. Dabei hatten die Anti-Kohlekraft-Bewegten aus dem Gebiet um die Rummelsburger Bucht lange vergeblich auf ein deutliches Wort von Klaus Wowereit gegen den von Vattenfall geplanten Neubau gewartet, der allein rund ein Fünftel des Berliner CO2-Ausstoßes verursacht hätte.

Nach Vattenfalls Einlenken im März hatte der Erfolg dann plötzlich viele Väter – und einer davon ist laut Senatssprecher Richard Meng auch Wowereit, der „bewusst nach außen nichts gesagt“, sondern lieber seine internen Möglichkeiten als Regierungschef genutzt habe.

Die weiteren Preise gehen an die Modedesignerin Magdalena Schaffrin und an das Fahrradprojekt der Carl-Humann- Grundschule in Prenzlauer Berg. Die Modemacherin wird in der Kategorie „Wirtschaft und Innovation“ für ihre langlebigen, zeitlosen Kleidungsstücke aus umweltschonenden Stoffen ausgezeichnet. Die Schule erhält den Preis in der Kategorie „Kinder und Jugend“, weil sie die Kinder für umweltfreundliche Mobilität begeistert, statt ihnen das Radeln als gefährlich auszureden. Dotiert ist dieser Preis mit 1000 Euro. Die Anti-Kohlekraftwerker wollen mit ihren 3000 Euro dreierlei tun: feiern, Rücklagen bilden und andere Initiativen unterstützen. Vor allem jene, die gegen den Weiterbau der Stadtautobahn kämpft. Und sich möglicherweise als Kandidatin für 2010 profiliert. obs

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