• Bürgermeister unter sich: Ole von Beust: Hamburg-Berlin-Konkurrenz ist ein "provinzieller Pseudowettbewerb"

Bürgermeister unter sich : Ole von Beust: Hamburg-Berlin-Konkurrenz ist ein "provinzieller Pseudowettbewerb"

Klaus Wowereit geht, Michael Müller kommt: Der "Tagesspiegel am Sonntag" hat mit ehemaligen und noch amtierenden Bürgermeistern über die Hauptstadt Berlin und ihre Regierenden gesprochen.

Klaus Wowereit und Ole von Beust vor einigen Jahren.
Klaus Wowereit und Ole von Beust vor einigen Jahren.Foto: Reuters

Am kommenden Donnerstag wird Michael Müller Nachfolger von Klaus Wowereit im Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin - laus diesem Anlass hat der Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe) ein Gipfeltreffen mit ehemaligen, beziehungsweise amtierenden Bürgermeistern veranstaltet: darunter unter anderen Ole von Beust, CDU, Hamburg, und Barbara Ludwig, SPD. 

Zur Städtekonkurrenz Hamburg und Berlin und den Olympiabewerbungen beider Städte, sagte Ole von Beust "Die Städte müssten in ihrer Unterschiedlichkeit und ihrer Nähe eine gemeinsame Strategie entwickeln. Stattdessen beharkt man sich. Warum macht man keine abgestimmte Wissenschaftspolitik? Nebenbei, es wäre eine Riesenchance gewesen, wenn beide Städte sich gemeinsam für die Olympischen Spiele beworben hätten. Man hätte Geld sparen können. Stattdessen haben wir so einen provinziellen Pseudowettbewerb."

Mit Blick auf Michael Müller sagte von Beust: "Wir haben im Moment einen Trend zu exekutiv denkenden Politikern, denen man zutraut, den Apparat gut zu leisten. In Berlin ist das vermutlich auch ein Reflex auf den BER, dass die Leute sagen: Lieber gut verwaltet und kein Risiko eingehen."

 

Barbara Ludwig berichtete von einem Treffen der SPD-Fraktionsspitzen der Bundesländer, an dem sie, damals Parlamentarische Geschäftsführerin in Sachsen, sowie Wowereit, damals Fraktionschef in Berlin, teilnahmen:

"Das war im Zoo von Hannover. Damals ist er von Gerhard Schröder heftig angegangen worden: Was ihm denn einfiele... Als Fraktionsvorsitzender der SPD hatte Wowereit gerade die Große Koalition platzen lassen und steuerte damit auf Neuwahlen zu." Schröder habe daran nicht gepasst, "dass es nicht abgesprochen war. Ich kannte Schröder noch nicht so gut und fand die Standpauke schon außergewöhnlich. Doch Wowereit reagierte gelassen. Er war so überzeugt von dem, was er tat, dass die Kritik scheinbar an ihm abperlte."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben