Berlin : Bürgerpflicht

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VON TAG ZU TAG

Ariane Bemmer freut sich über

1500 Kulturangebote – und leidet darunter

So wird das 2004: Über den Pulten der Konzerthäuser verknoten sich die Taktstöcke von Nagano, Barenboim und Rattle, es gibt Love Parade, CSD und Karneval der Kulturen und draußen auf den Straßen buckeln sich hunderte Kunstexperten ab, um Meisterwerke von Kandisky, van Gogh, Dali, Picasso und Matisse in die Neue Nationalgalerie, Vasen und Bilder junger Künstler in die vielen Mitte-Galerien und die Sammlung Flick in Richtung Hamburger Bahnhof zu schleppen. Kultur ohne Ende gibt es nächstes Jahr. Insgesamt 1500 Berlin-Termine hat die Tourismus-Marketing-Gesellschaft addiert – und gleich dazu gesagt, dass diese Vielfalt weltweit ihresgleichen sucht. Und schon schlottern einem die Knie. Wird man diesem Angebot als Bürger überhaupt gerecht? Werden zwischen Schlosseröffnung, Classic Open Air und Waldbühnenkonzert Ferien möglich sein? Kann man noch in die Videothek gehen und „Pretty Woman“ ausleihen? Darf man einfach so zu Hause sitzen? Oder ist man dann schon undankbar?

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