Bürokratie : Stellenvergabe in Verwaltung verzögert sich über Monate

In zwei Bezirken dauerte die Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst fast ein Jahr. Grüner Abgeordneter kritisiert die mangelnde Effektivität der Verwaltung.

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Wichtige Stellen in der öffentlichen Verwaltung zu besetzen, ist offenbar eine hohe Kunst. So ließ sich der Grünen-Haushaltsexperte Oliver Schruoffeneger von der Finanzverwaltung berichten, wie die Bezirke Pankow und Marzahn-Hellersdorf sich damit abgemüht haben, das „Netzwerk Kinderschutz“ personell aufzustocken, nachdem das Abgeordnetenhaus im Dezember 2009 jedem Bezirk zwei zusätzliche Stellen für das Gesundheits- und das Jugendamt zur Verfügung stellte.

Zunächst einmal dauerte es bis Februar 2010 bis die Finanzverwaltung des Senats allen Bezirken offiziell mitteilte, dass die Stellen bereitgestellt werden. Am 11. Mai leitete das Gesundheitsamt Pankow die Stellenausschreibung an die Personalwirtschaftsstelle des Bezirks weiter. Dort wurde zwei Wochen geprüft, bevor die Ausschreibung beim bezirklichen Personalservice landete, der am 21. Juni Meldung beim Zentralen Personalüberhangsmanagement (ZEP) machte. Am 9. Juli benannte das ZEP zwei Mitarbeiterinnen, mit denen im August und September Auswahlgespräche geführt wurden.

Am 4. Oktober 2010 wurde entschieden, welche Mitarbeiterin infrage kam. Doch am 19. November mussten die Unterlagen an das Gesundheitsamt Pankow zurückgeschickt werden, weil sich die Bewerberin anders entschied. Zwar wurde ersatzweise die zweite Bewerberin gefragt, ob sie noch interessiert sei, aber auch sie sagte ab. Eine Woche später wurde die Personalabteilung des Bezirks eingeschaltet, das Verfahren begann von vorn. Die Stelle bleibt vorerst unbesetzt.

In Marzahn-Hellersdorf dauerte es bis April 2010, bis die Ausschreibung beantragt wurde. Bis Ende Juni wurde geklärt, welche Aufgaben auf der Stelle zu erledigen sind, dann übernahm die Personalabteilung. Im Juli wurde die Personalvertretung eingeschaltet und die Stelle intern ausgeschrieben. Bis September führte das Gesundheitsamt die Bewerbergespräche und entschied sich für eine Mitarbeiterin aus dem Jugendamt „unter Maßgabe der Erprobung“. Im Dezember wurde die Sozialarbeiterin erstmals eingesetzt. „Das sind Musterbeispiele für eine völlig uneffektive Verwaltung“, sagte Schruoffeneger. Im Normalfall dürfe die Besetzung einer Stelle im öffentlichen Dienst nicht länger als drei Monate dauern.

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