• Bund will Millionen für marodes Bad Cité Foch: Senat wehrt sich gegen „unberechtigte Forderungen“

Berlin : Bund will Millionen für marodes Bad Cité Foch: Senat wehrt sich gegen „unberechtigte Forderungen“

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Bleibt Berlin auf den hohen Sanierungskosten für das früher von der französischen Schutzmacht genutzte Hallenbad in der Waidmannsluster Cité Foch sitzen? Um die hohen Instandsetzungskosten zu sparen, will der Senat das Bad dem Bund zurück geben. Doch der fordert allein 1,45 Millionen Euro Schadenersatz für die Reparatur der maroden Fassade.

Das 1972 gebaute Bad war – wie alle Immobilien der Alliierten – nach deren Abzug Mitte der 90er Jahre ins Bundesvermögen gelangt. Der Senat erklärte damals sein Interesse am Kauf, weshalb es 1996 an die Berliner BäderBetriebe verpachtet wurde. Weil dort Mittel für die notwendige Sanierung fehlten, musste die besonders für den Schul- und Vereinssport genutzte Anlage im Juli vergangenen Jahres geschlossen werden.

„Wir haben das Bad in einem ordnungsgemäßen Zustand übergeben und wollen es funktionstüchtig zurück haben, um es zum Verkauf anbieten zu können“, betont der Sprecher der Oberfinanzdirektion. Zur Rückgabe in diesem Zustand habe sich das Land vertraglich verpflichtet. Doch die Skelette der Betonträger sind von innen her durchgerostet, weil sie nie gestrichen oder gewartet wurden, heißt es bei der Oberfinanzdirektion. Und die Schadensersatzforderung könnte noch erheblich höher werden, weil nach der Schließung des Bades das Wasser abgelassen wurde. So hat die Reinickendorfer CDU beobachtet, „dass die Kacheln von den Wänden fallen und die Pumpanlagen unbrauchbar sind“. Für eine sechswöchige Funktionsprüfung wurde das Becken jetzt wieder gefüllt. Erst danach will der Bund abschätzen, wie hoch der zusätzliche Reparaturbedarf sein wird.

Der Bezirk Reinickendorf weist im Einklang mit dem Finanzsenator die Forderungen als unberechtigt zurück. Das Bad sei von Anfang an nicht im besten Zustand gewesen, heißt es. Jetzt werden wohl die Juristen entscheiden müssen. du-

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