Berlin : Bund zahlt für Berlins Ganztagsunterricht

Der Ausbau von 30 Grundschulen soll mit 147 Millionen Euro gefördert werden

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Für den Ausbau von 30 Grundschulen zu Ganztagsschulen erhält Berlin innerhalb der kommenden fünf Jahre 147 Millionen Euro vom Bund. Für das GanztagsschulenProgramm hat Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Bundesweit sollen damit 10 000 zusätzliche Ganztagsschulen geschaffen werden. Etwa jede dritte Schule wäre dann eine Ganztagsschule.

In Berlin ist dieses Ziel für die Grundschulen schon heute erreicht. „Wir liegen an der Spitze im Bundesgebiet“, sagt Rita Hermanns von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend, Familie und Sport. 32 Prozent aller Berliner Grundschulen sind Ganztagsschulen. Viele bieten bislang aber nur den offenen Ganztagsbetrieb an: Unterricht ist vormittags, am Nachmittag gibt es freiwillige Angebote, für die Eltern bezahlen müssen. Mit den Bundesmitteln sollen nun gezielt gebundene Ganztagsgrundschulen gefördert werden. Diese unterrichten zwischen 8 und 16 Uhr. Der Schulbesuch in dieser Zeit unterliegt der Schulpflicht und ist daher im Gegensatz zum offenen Angebot kostenlos.

Im Koalitionsvertrag haben SPD und PDS bereits vor mehr als einem Jahr festgelegt, die 30 neuen Ganztagsschulen bis 2006 zu schaffen. „Mit den Bundesmitteln ist dieses Vorhaben jetzt zu finanzieren“, erklärt Hermanns. Zwar sei noch nicht bekannt, welche Schulen umgebaut werden. Aber zusammen mit den Bezirken werde gerade abgestimmt, in welchem Kiez – besonderer Augenmerk gilt der Innenstadt – konkrete Bedürfnisse nach Unterricht und Betreuung vorlägen.

Ein Großteil der 147 Millionen Euro fließt in Baumaßnahmen. „Eine Grundschule lässt sich nicht einfach zur Ganztagsschule erklären. Es werden Küchen gebraucht“, sagt Hermanns, „und Sportplätze oder Bibliotheken für zusätzliche Angebote.“ Da das Land die Personalkosten der Ganztagsbetreuung tragen muss, ist der Umbau auf 30 beschränkt, auch wenn die Bundesmittel für mehr Schulen reichen würden. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2006 sollen aber außerdem alle Berliner Grundschulen zu verlässlichen Halbtagsgrundschulen umgebaut sein. Hier ist die Betreuung der Schüler in der Zeit von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr garantiert. Die Gelder aus dem Bulmahn-Programm können auch für diese Ausbaumaßnahmen eingesetzt werden. meo

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