Bundesbauten : Mehr Platz fürs Parlament

Der Umbau des früheren Botschaftsgebäudes in der Wilhelmstraße hat begonnen. Saßen hier bis vor kurzem noch afghanische Diplomaten, sollen bald Bundestagsabgeordnete in neue Büros einziehen.

Matthias Oloew
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Mit dem Rückbau der Fassadenelemente haben jetzt die Bauarbeiten für eine Erweiterung der Bundestagsbüros begonnen. Das Botschaftsgebäude an der Wilhelm- Ecke Dorotheenstraße in Mitte, wo zuletzt bis zu ihrem Umzug nach Grunewald noch die Vertretung Afghanistans saß, wird komplett skelettiert und für Abgeordnetenbüros und Teile der Parlamentsverwaltung hergerichtet. 34 Millionen Euro sollen die Bauarbeiten kosten, die planmäßig 2011 beendet sind. Weitere 7,5 Millionen Euro kostet eine unterirdische Verbindung von dem Gebäude zu dem bereits bestehenden Tunnelsystem des Bundestages, das alle seine Bürogebäude und den Reichstag miteinander verknüpft.

Nach Angaben der Bundestagsverwaltung war die Erweiterung nötig, weil sich immer mehr Abgeordnete über die Enge in den bisherigen Büros im Jakob-Kaiser-Haus beschwerten. So fasste die Baukommission des Parlaments den Beschluss, den Botschaftsbau aus DDR-Tagen komplett zu übernehmen und umzubauen. Der Bundestag nutzte das Haus bereits, unter anderem bis Mai 2007 für die Akkreditierungsstelle des Parlaments. Diese soll nach Auskunft eines Sprechers der Verwaltung nach dem Umbau auch wieder dort einziehen.

Die Tunnel, der unter der Wilhelmstraße geplant ist, sei unter anderem auch deshalb notwendig, um bei Regenwetter schadlos Akten in die neuen Büros transportieren zu können, hieß es. Durch die Anbindung an das Tunnelsystem wird es den Abgeordneten auch möglich sein, den Plenarsaal im Reichstag zu erreichen, ohne über die Straße zu gehen.

Noch nicht entschieden hat die Baukommission des Bundestages, ob das Parlament auch Interesse an dem Gebäude der ehemaligen US-Botschaft an der Neustädtischen Kirchstraße anmelden wird. Das Haus steht seit dem Umzug der US-Botschaft in ihr neues Haus am Pariser Platz leer und ist, wie berichtet, nun in den Händen der Bundesliegenschaftsverwaltung. Neben einer Nutzung durch Bundeseinrichtungen war in der Vergangenheit auch ein Verkauf des Gebäudes in Erwägung gezogen worden. 

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