Berlin : Bundesbibliothek zieht erst 2003 um

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Die Kette der Bauverzögerungen bei den Projekten des Deutschen Bundestages in Berlin reißt nicht ab. Am Donnerstag gab der Vorsitzende der Baukommission des Bundestages Dietmar Kansy (CDU) bekannt, dass das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus nun erst in der zweiten Jahreshälfte 2003 eröffnet werden soll. Das bedeutet eine Verschiebung um rund ein weiteres halbes Jahr. Zu den Gründen mochte Kansy sich nicht äußern. Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf dem Ostufer der Spree soll im wesentlichen die Bundestagsbibliothek aufnehmen. Diese ist gegenwärtig noch in Bonn untergebracht.

Nach Angaben des Sprechers der Bundesbaugesellschaft Berlin (BBB), André Lundt, hat der Generalübernehmer für den Rohbau, die Firma Walter-Bau AG, einen Teil der Verspätung zu verantworten. Dort sei es mehrfach zu internen Umstrukturierungen gekommen, die jeweils zu neuen Zuständigkeiten geführt hätten. Auch die beauftragten Subunternehmer habe Walter-Bau mehrmals gewechselt. Ein anderer Teil der Verzögerung hänge mit der Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses zusammen, sagte Lundt. Bei den großflächigen Glasfronten gebe es offenbar Probleme, die er aber nicht näher spezifizieren wollte. Lundt wies darauf hin, dass bei großen Baumaßnahmen die Terminpläne für die einzelnen Gewerke immer sehr eng verzahnt sind; so dass kleinere Zeitverluste an einer Stelle häufig zu Kettenreaktionen führen. Auch damit sei ein Teil der erneuten Verschiebung der Fertigstellung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses zu erklären. Nach der ursprünglichen Planung sollte das Gebäude bis Ende 2000 in Betrieb genommen werden. Vor zwei Jahren wurde noch mit Ende 2001 gerechnet, im vergangenen Frühjahr kündigte man Ende 2002 als Fertigstellungstermin an.

Zu Mehrkosten durch die erneuten Verzögerungen, eventuellen Regress- oder Schadenersatzforderungen des Bundes wollten weder der Vorsitzende der Baukommission noch BBB-Sprecher Lundt Stellung nehmen.

Noch sind kleinere Arbeiten am mächtigen Vordach des Gebäudes vorzunehmen. Anschließend können die Rüstungen und Verschalungen, die gegenwärtig noch das Bild des Gebäudes bestimmen, abgebaut werden. Ende Februar ist dann der Rohbau abgeschlossen und es kann Richtfest gefeiert werden.

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