Berlin : Bundesgartenschau: Blumen für Brandenburg: Berlin bewirbt Buga Potsdam

cdz / kt

Berlin und Potsdam wollen gemeinsam für die Bundesgartenschau werben, die am 21. April 2001 im Norden Potsdams öffnet. "Wir möchten keine Zustände wie bei der Expo, wo die Besucher ausblieben", sagte Volker Hassemer von der Marketinggesellschaft "Partner für Berlin". Gestern stellte er mit dem Potsdamer Bürgermeister Matthias Platzeck, der auch Buga-Aufsichtsratschef ist, Werbeplakate für die Gartenschau vor. Die Großtransparente werden auf der Internationalen Tourismusbörse und den S-Bahnhöfen Alexanderplatz und Zoo hängen. Sie zeigen eine Blume mit dem Schriftzug "Das Neue Berlin rät: Besuchen Sie die Buga in Potsdam!" Auch auf Berliner Fahrradtaxis wird eine große gelbe Blüte auf die Blumenschau hinweisen.

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Berlin-Besucher sollen auf die Buga in Potsdam gehen, und Gäste der Gartenschau sollen Berlin besuchen, das ist die Strategie der Werbepartner. Berlin könne in diesem Jahr keine solch große Attraktion bieten, sagte Hassemer. Für die Reklame werde die Marketinggesellschaft "deutlich über 100 000 Mark ausgeben". Er hoffe, dass Gartenschau-Besucher zusätzlich eine Berlin-Visite einplanen und so das Tourismusgeschäft in der Hauptstadt beleben. Auf der Gartenschau wird für die "Schaustelle Berlin" geworben - die Gegenleistung für die Buga-Werbung an Zoo und Alexanderplatz.

"Was gut ist für Potsdam, ist auch gut für Berlin", begründete Hassemer das Engagement seiner Gesellschaft für die Ausstellung in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Beide Städte müssen beim Tourismus zusammenarbeiten, sagte auch Platzeck, denn "Berlin ist bedeutend und Potsdam ist schön." Er wünschte sich zudem Kooperationen in der Medienförderung und im Wissenschaftsmarketing.

Geladene Gäste können den Buga-Auftakt schon am Samstag, dem 21. April, feiern. Ab elf Uhr werden ARD und ORB die Feier live übertragen. Von Sonntag an ist die Ausstellung bis zum 7. Oktober für alle Besucher geöffnet. Die Veranstalter erwarten 25 Millionen Gäste aus ganz Deutschland. Dieses Ziel sei "erreichbar", sagte Buga-Geschäftsführer Jochen Sandner. Zur Eröffnung und an Spitzen-Wochenenden wie zu Pfingsten rechne er mit 30 000 Besuchern an einem Tag. 40 000 Karten sind schon verkauft. Der Eintritt kostet 21 Mark.

Kein Kombiticket in Berlin

Im Vorfeld hat die Zusammenarbeit beider Länder nicht geklappt. Zur Bundesgartenschau wird es zwar ein Kombiticket geben, bei dem die im Vorverkauf erworbene Eintrittskarte auch als Fahrschein für Bahnen und Busse gilt - doch erst ab der Stadtgrenze. Für Fahrten nach Potsdam müssen die Besucher deshalb weiter einen Fahrschein fürs Berliner Tarifgebiet AB kaufen, wenn sie keine Monatskarte besitzen. Direktverbindungen zum Buga-Gelände aus Berlin wird es ebenfalls nicht geben.

Weil das Kombiticket nur ab der Stadtgrenze gilt, sparen Besucher aus Berlin bei den Fahrtkosten gerade mal 50 Pfennig. Der Einzelfahrschein fürs Stadtgebiet allein kostet derzeit 4 Mark, mit Gültigkeit in Potsdam (Tarifgebiet ABC) beträgt der Preis 4,50 Mark. Vom 1. August an erhöhen sich die Preise auf 4,20 beziehungsweise 4,70 Mark.

Die Anerkennung des Kombitickets in Berlin ist dem Vernehmen nach am Widerstand der Bahn AG und der S-Bahn gescheitert. Beide erhoffen sich vom Buga-Verkehr ein gutes Geschäft. Die Regional-Express-Züge fahren planmäßig dreimal in der Stunde in 18 Minuten vom Bahnhof Zoo zum Hauptbahnhof in Potsdam, die S-Bahn kommt alle 10 Minuten und benötigt für die Fahrt insgesamt 32 Minuten. Vom Hauptbahnhnof in Potsdam aus erreicht man das Buga-Gelände mit der Straßenbahn. Die Verkehrsbetriebe haben zum Haupteingang eine neue Strecke gebaut.

Zur Buga kann man auch mit den Schiffen der Stern und Kreisschiffahrt von Berlin aus fahren. Vom Anleger Cecilienhof aus gibt es einen Sonderverkehr mit Bussen. Auch die Linie 692 fährt von hier aus zur Buga.

Für Autofahrer gibt es 2600 Parkplätze vor dem Haupteingang und weitere 2000, die etwas entfernt sind.

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