• Bundeskanzleramt wieder fleckenfrei: Aus Kostengründen nicht imprägniert, aber wieder getrocknet

Berlin : Bundeskanzleramt wieder fleckenfrei: Aus Kostengründen nicht imprägniert, aber wieder getrocknet

C. v. L.

Die dunklen Flecken, die der starke Regen am Sonnabend auf den hellen Fassaden des künftigen Bundeskanzleramtes am Spreebogen hinterließ, sind wieder verschwunden. So ist das Kanzleramt nach zwei Tagen außen völlig trocken. Die zuständige Baugesellschaft Berlin teilte gestern mit, der Vorgang werde weiterhin geprüft, aber wegen des außergewöhnlich intensiven Wolkenbruchs nicht als gravierend angesehen.

Das Bundeskanzleramt habe nach dem im Tagesspiegel veröffentlichten Foto angefragt, wie ernst diese Flecken zu nehmen seien, bislang aber keine Bedenken geäußert. Nach Auskunft der Baugesellschaft besteht der verwendete Sandstein aus verschiedenen Schichten mit unterschiedlicher Saugfähigkeit, so dass Teile schneller, anderer weniger schnell trocknen, hieß es.

Auch der Architekt des Bundeskanzleramtes, Axel Schultes. zeigte sich gestern gefasst. Das alles sei "schrecklich normal, was den Stein angeht". Es gebe eben poröse Teile und andere, die bei Regen weniger Wasser aufnehmen. Man hätte die Flecken nach dem "dramatischen Regen" allerdings vermeiden können, wenn der Sandstein imprägniert worden wäre, was der Bauherr aber aus Kostengründen nicht habe machen wollen. Diese Arbeiten ließen sich allerdings jederzeit nachholen, doch am Bau werde gespart, wo man nur könne. Nach Auskunft des Architekten wurde am Kunstmuseum in Bonn derselbe Stein wie am neuen Berliner Bundeskanzleramt verwendet.

Die auffallenden Flecken waren gerade auf der nördlichen Seite des Gebäudes zu sehen. Schultes sprach auch von "Wasserstreifen", die bei starkem Regen auf der südlichen Seite unter den Fenstern der Wintergärten entstünden. Hier müsse mit Blechen nachgebessert werden.

Das 465-Millionen-Mark teure Bundeskanzleramt soll im Dezember fertiggestellt werden. Im Frühjahr wird der Kanzler einziehen.

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