Berlin : Bundespresseball: Ein Hämmerchen fürs Eis

Das ist Isidro Sasa. Seine Aufgabe ist, aus einem Eiswürfel Kunst zu machen. Nein, nicht aus den kleinen Eiswürfeln, die im Gin-Tonic-Glas klickern, sondern aus Würfeln, die so groß sind wie ein Breitbild-Fernseher.

Eigentlich ist Isidro Sasa Bildhauer und arbeitet mit Steinen. Der Mann aus Manila hat aber vor sechs Jahren auf Eis umgeschult, wurde von einem Gastronomen entdeckt und arbeitet seitdem für das Catering des Hotels Intercontinental. Die riesigen, transparenten Ziffern standen bis zum Ballbeginn im Kühlhaus des Hotels, dann wurden die Fünfen und die Nullen, die Adler und Fische vorsichtig zu den Buffets getragen, aufgebaut und von den Flanierkarten-Besitzern bestaunt. Isidro Sasa fertigt auch überdimensionale Eisschalen für Obstarrangements und alles, was kühl gehalten werden muss. Bevor der letzte Gast gegangen ist, sind die aufwändigen Eisskulpturen geschmolzen - in der Hitze des Ballgetümmels halten sie nur sechs Stunden lang.

Isidro Sasa findet es nicht schade, dass seine Kunst so vergänglich ist: "Im Gegenteil", erklärt der 35 Jahre alte Mann und meißelt mit zusammengekniffenen Augen an der runden Null. "Es gefällt mir, wenn alles schnell gehen muss, und wenn etwas daneben geht - das ist nicht schlimm. Ist ja bloß Wasser."

Die Kunst liegt im Blut bei Familie Sasa. Seine Eltern haben ihm die Bildhauerei beigebracht. Würden Sie die Ball-Skulpturen sehen, sie wären bestimmt stolz auf ihn.

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