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Bundestagswahl 2017 : Landesliste der Berliner CDU: Frank Henkel geht leer aus

Der Landesvorstand der Berliner CDU hat am Dienstagabend einen Vorschlag für die Landesliste verabschiedet. Frank Henkel steht nicht drauf.

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Der frühere CDU-Landeschef und Innensenator Frank Henkel wird keinen sicheren Listenplatz erhalten.
Der frühere CDU-Landeschef und Innensenator Frank Henkel wird keinen sicheren Listenplatz erhalten.Foto: imago/Jürgen Heinrich

Frank Henkel wird wohl nicht im nächsten Bundestag sitzen: Der frühere Landesvorsitzende und Kreisvorsitzende in Mitte wird keinen sicheren Listenplatz erhalten. Nach aktuellen Umfragewerten kann die CDU mit sieben Mandaten rechnen. Auf der Vorschlagsliste für die Landesvertreterversammlung am Sonnabend, die Präsidium und Landesvorstand am Dienstagabend jeweils einstimmig verabschieden hatten, ist Henkel nicht dabei. Dass Henkel eine Gegenkandidatur erwägt, ist dem Vernehmen nach ausgeschlossen.

Die Liste wird angeführt von der Spitzenkandidatin Monika Grütters, gefolgt von Kai Wegner, Jan-Marco Luczak, Thomas Heilmann auf Platz vier, Gottfried Ludewig aus Pankow, Christina Schwarzer, Klaus-Dieter Gröhler und Martin Pätzold. Der Reinickendorfer Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Frank Steffel verzichtet auf einen sicheren Platz auf der Landesliste.
„Da ich fest überzeugt bin, auch zum dritten Mal meinen Reinickendorfer Wahlkreis direkt zu gewinnen, werde ich in Anbetracht der zahlreichen guten Bewerber auf eine Kandidatur auf der Landesliste verzichten“, schrieb Steffel an die Landesvorsitzende Monika Grütters. Nach der Wahlniederlage im September halte er die „Stabilität und Geschlossenheit der Berliner CDU für das wichtigste Ziel“. Parteiinteressen müssten über Einzelinteressen stehen.

Ein Signal der Erneuerung

„Das ist ein sehr starkes Zeichen, das ich mit größtem Respekt zur Kenntnis nehme“, sagte der CDU-Generalsekretär Stefan Evers dem Tagesspiegel. Steffels Verzicht auf einen Listenplatz entschärfte die Situation unter den Kandidaten: Denn nicht nur alle neun bisher im Bundestag vertretenen Berliner CDU-Politiker hatten Ansprüche auf einen guten Listenplatz geltend gemacht. Auch der Vize-Kreischef aus Friedrichshain-Kreuzberg, Timur Husein, will vorne dabei sein. Die Empfehlung des Landesvorstands: Platz zehn vor Niels Korte aus Treptow-Köpenick. Und der Bundestagsabgeordnete Philipp Lengsfeld hat wie berichtet auch eine Kandidatur angekündigt.

Grütters hat mit dieser Vorschlagsliste für die 243 Delegierten am Sonnabend ein Signal der Erneuerung gesendet. Der 34-jährige Gottfried Ludewig kandidiert auf Platz fünf. Ludewig führt den Kreisverband Pankow an, der in den vergangenen Jahren von 600 auf 950 Mitglieder gewachsen ist und an Bedeutung gewonnen hat.

Zur Riege der Nachwuchspolitiker gehört auch Jan-Marco Luczak aus Tempelhof-Schöneberg. Der Jurist ist seit 2009 im Bundestag, Obmann im Rechtsausschuss und Beisitzer im Fraktionsvorstand. Dass er auf Platz drei vorgeschlagen wird, ist ein Signal an Steglitz- Zehlendorf. Der am Sonntag gewählte Direktkandidat Heilmann erhält statt Platz drei wie vor vier Jahren Karl-Georg Wellmann den vierten Platz. Die Fälschungsaffäre und der Machtkampf zwischen Wellmann und Heilmann verärgerte die Parteispitze. CDU-Politiker forderten, den Kreisverband gar nicht auf der Liste zu berücksichtigen. Das Risiko ging Grütters nicht ein: Die 43 Delegierten aus dem Südwesten hätten Grütters bei der Wahl des Landesvorstands im Juni gefährlich werden können.



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