Bundestagswahl : DIE ANDEREN KANDIDATEN

Für die Grünen tritt der 28 Jahre alte Student Stefan Ziller als Direktbewerber an. Er hat sich auf jedes Thema mit grüner Vehemenz vorbereitet. Geht es um Kinderarmut, will er, dass ganz bald etwas passiert: Eine Grundsicherung von 330 Euro soll her. Das Argument, der Staat dürfe sich nicht ständig weiter auf Kosten der Jungen und der Kinder verschulden, will Ziller nicht gelten lassen. Überhaupt würde Ziller gerne die Hartz-Reformen rückgängig machen oder doch so entschärfen, dass von Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten der Jobcenter nicht viel übrig bleibt. Er streitet lieber für eine „grüne Grundsicherung“: Erwachsene sollen 420 Euro als „Regelsatz“erhalten. Mit „positiven Anreizen“ sollen die Bezieher zu Gegenleistungen veranlasst werden. Grüne Ideen trägt Ziller mit großer Begeisterung vor – ein Grüner, der an das Gute in seinen Mitmenschen glaubt. Es versteht sich, dass er „immer neue Bundeswehreinsätze“ ablehnt. Als Student der Informatik hat er einen interessanten und für Politiker untypischen Blick auf alles, was mit Datensicherheit und Vorratsdatenspeicherung zu tun hat. Weil er wisse, was möglich sei, sehe er die enormen Risiken des Missbrauchs, argumentiert Ziller. Und rät den Leuten, sich genau zu überlegen, was sie von sich selbst im Internet preisgeben.

Der Liberale Klaus Große ist so etwas wie die Personifizierung der FDP im Wahlkreis: Unternehmer, selbstständig, von bürgerlicher Herkunft, mit Familie und Enkeln und einem politischen Interesse, das stark genug ist, um als Zählkandidat seiner Partei anzutreten. Chancen hat Große als Direktkandidat so wenig wie über die FDP-Landesliste. Gerade fünf Prozent holten die Liberalen bei der Bundestagswahl 2005. Um so selbstbewusster wirken die Plakate mit Große auf den Mittelstreifen der langen und breiten Straßen des Bezirks. wvb.

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