Berlin : Bundeswehr: 800 Sanitäter ziehen in die Blücherkaserne

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Das Jägerbataillon 1 "Berlin" in Spandau wird aufgelöst, obwohl die Blücher-Kaserne als Standort erhalten bleiben soll. Statt der 825 Jäger solle ein etwa gleich starkes Sanitätsregiment aus Niedersachsen in der 45 Hektar großen Kaserne am Stadtrand stationiert werden, teilte die Bundeswehr gestern mit. Damit behalten die 30 Zivilangestellten ihren Arbeitsplatz - aber es kommt kein Geld in die Kasse durch den Verkauf des Grundstücks. Wie berichtet, muss die Truppe in diesem Jahr eine Milliarde Mark durch Verkauf von Liegenschaften einnehmen.

Mit den Jägern verliert Berlin die einzige kämpfende Truppe, zum Bedauern des Regierenden Bürgermeisters Diepgen, der am Montag nach der Bekanntgabe der Standortschließungen zufrieden festgestellt hatte, dass die Jäger in ihrer Kaserne bleiben. Dabei hatte der Tagesspiegel schon am Sonnabend von der grundsätzlichen Auflösung der etwa 3000 Mann starken Jägertruppe in Deutschland berichtet. Die Heeresreform sieht künftig nur noch Gebirgs- und Fallschirmjäger vor. Nach Angaben des Kommandanten des Jägerbataillons, Heiner Kindinger, war das Aus für die Jäger seit Anfang November bekannt, die Soldaten hatten aber auf eine Eingliederung in einen anderen Verband gehofft.

Für den Standort Blücherkaserne sprach offensichtlich, dass ein Verkauf schwierig gewesen wäre. Platz für die Sanitäter wäre auch im zentralen Berliner Standort Julius-Leber-Kaserne, dort aber hat die Bundeswehr nach der Wende eine schnelle Sanierung versäumt.

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