Berlin : Bundeswehr: scharfe Kontrollen sollen diesmal Störungen verhindern

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Die Bundeswehr plant für den 20. Juli wieder ein öffentliches Rekruten-Gelöbnis im Bendlerblock am Reichpietschufer. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping werde dabei eine Rede halten, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums gestern. Nach den Störungen vom letzten Jahr werden die Einlasskontrollen diesmal erheblich strenger sein. Wer nicht auf der Gästeliste steht, dürfte keine Möglichkeit haben, an den Appellplatz heranzukommen. Allerdings hatte die Kampagne gegen Wehrpflicht schon im vorigen Jahr erklärt, sie sei sicher, dass ihr ein "Einsickern" auch beim nächsten Mal gelingen werde.

Das Gelöbnis im vorigen Jahr war trotz der Absperrmaßnahmen spektakulär gestört worden. Auf dem Höhepunkt der Zeremonie im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder liefen plötzlich mehrere Frauen nackt über den Rasen, und Männer lärmten mit Trillerpfeifen. Die Bundeswehr hat gegen die 18 Demonstranten Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Außerdem wurde wegen Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt, da einige der Störer ihre Eintrittskarten gefälscht hatten.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind fast ein Jahr nach dem Vorfall immer noch nicht beendet, stehen aber kurz vor dem Abschluss, wie eine Justizsprecherin gestern sagte. Die Gelöbnisfeier im Inneren des Bendlerblocks wirkte sich damals auch im weiteren Umfeld aus. Auf dem nahen Matthäikirchplatz fand eine Protestkundgebung statt. Reichpietschufer und Tiergartenstraße waren für den Verkehr gesperrt, und die Museen im Kulturviertel hatten wegen der befürchteten Krawalle geschlossen.

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