Bundesweite Durchsuchungen : Razzia gegen Online-Hehler - auch in Berlin

Bei einer Razzia in der Nacht zu Mittwoch sind bundesweit mehr als 120 Wohnungen und Geschäfte durchsucht worden, unter anderem in Berlin. Die Verdächtigen sollen in einem Forum mit Illegalem gehandelt haben.

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Das Darknet wird unter anderem zu illegalem Handel benutzt. Foto: dpa/Silas Stein
Das Darknet wird unter anderem zu illegalem Handel benutzt.Foto: dpa/Silas Stein

Mehr als 1000 Beamte sind bundesweit gegen mutmaßliche Organisatoren einer Onlineplattform vorgegangen. Bei der Razzia in der Nacht zu Mittwoch seien den Behörden zufolge 120 Wohnungen und Geschäfte durchsucht worden, erklärte das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch in Wiesbaden. 14 Anschriften befanden sich in Berlin. Die Verdächtigen sollen im inzwischen abgeschalteten Forum „Ccrimenetwork.biz“ mit illegalen Waren gehandelt und unlautere Jobs angeboten haben. Das Forum gilt als Teil des Darknets, einem klandestinen, abgeschotteten Internetnetzwerk. Konkret sollen sich dort Kreditbetrüger und Hehler verabredet haben, es wurde demnach mit Identitäten, Kontodaten, Waffen, Drogen, Medikamenten gehandelt.

Zwei Verdächtige - 711 Fälle von Computerbetrug

Bei der Razzia sei „umfangreiches Beweismaterial“ beschlagnahmt worden, teilten BKA und Berliner Staatsanwaltschaft mit. Es seien mehr als eine Million Nachrichten von mehr als 260 Nutzern ausgewertet worden, 153 Mitglieder des Forums seien identifiziert, elf Männer als Organisatoren eingestuft worden. Ihnen wird nun die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Zwei Verdächtige wurden im Saarland festgenommen: Einem 20-Jährigen wird Computerbetrug in 452 Fällen vorgeworfen, einem 33-Jährigen in 259 Fällen der unerlaubte Verkauf von Potenzmitteln.

Die Razzia erfolgte folglich nicht wegen des aktuell brisanten Falls aus Herne. Wie berichtet, wird bundesweit nach einem mutmaßlichen Kindermörder aus Herne im Ruhrgebiet gefahndet. Der 19-Jährige steht im Verdacht, einen neunjährigen Jungen am Montag im Keller eines Reihenhauses erstochen zu haben. Der Verdächtige hatte sich mit der Tat offenbar ebenfalls im Darknet gebrüstet. Hinweise aus einem am Dienstag veröffentlichten Chat, wonach der Jugendliche zudem eine Frau gefoltert und ermordet haben soll, bestätigten Ermittler am Mittwoch nicht.

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