Berlin : Bunker weicht Büros: Am Haus des Rundfunks entstehen Gewerbe- und Wohnungsbauten

CD

Der alte Hochbunker neben dem Haus des Rundfunks ist schon abgerissen, dafür klafft nun eine Baugrube auf dem ehemaligen Grundstücksteil des Sender Freies Berlin (SFB) an der Masurenallee Ecke Soorstraße. In den nächsten Wochen will die Unternehmensgruppe Ulrich Weber dort mit dem Bau von drei würfelförmigen, je 29 Meter hohen Büro- und Wohnhäusern beginnen. Die BVV Charlottenburg beschloss den Bebauungsplan gestern Abend in ihrer letzten Sitzung vor der Bezirksfusion mit Wilmersdorf.

Hauptmieter wird aller Voraussicht nach die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin, die in ihrer bisherigen Zentrale an der Bismarckstraße 95 / 96 "eklatante Platzprobleme" beklagt. "Die Verträge stehen kurz vor dem Abschluss", sagte Sprecherin Annette Kurth gestern. Der Umzug sei für das Frühjahr 2002 vorgesehen. Die KV wolle eines der Gebäude komplett belegen und in einem weiteren drei der sieben Stockwerke nutzen.

Die Vorgeschichte der Baupläne reicht einige Jahre zurück: Ursprünglich hatte der SFB das Filetgrundstück gegenüber dem Messegelände selbst entwickeln und vermieten wollen. Anfang 1997 wurden das Konzept eines "Medienstandorts Westend" präsentiert, bald aber wieder aufgegeben. Später wollte ein Investor - ähnlich wie jetzt - drei Gebäudewürfel bauen. Davon sollte einer jedoch als Hotel dienen. Auch dieses Vorhaben scheiterte. Der neue Bauherr Ulrich Weber ist in Branchenkreisen vor allem als Partner der Cinemaxx-Kinokette bekannt.

Bei der architektonischen Gestaltung der Neubauten soll auf das benachbarte Haus des Rundfunks von 1931 Rücksicht genommen werden, das unter Denkmalschutz steht. Zeitweilig erwog der SFB den Abriss seines ebenfalls angrenzenden Parkhauses, für das der Investor eine Kaufoption hat. Zurzeit liegen die Überlegungen aber auf Eis, wie ein Sprecher des Senders betonte.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben