Berlin : Buntes Geschenk an die Berliner

Der Bahnhof Deutsche Oper wird heute vorgestellt – neu gemacht

Rolf Brockschmidt

Wilde Figuren hüpfen über die Wand, archaische Zeichen in bunten Farben. Wo einst für Zigaretten und Autos geworben wurde, ist Kunst eingezogen. José de Guimaraes ist aus Portugal angereist, um auf dem U-Bahnhof Deutsche Oper den Fortschritt der Bauarbeiten an seinen Fliesen-Bildern zu überwachen. Wie berichtet, schenken die Stadt Lissabon, die Metro Lissabons, die portugiesische Investitionsbank und das Kulturinstitut Camoes Berlin die Neugestaltung des U-Bahnhofs Deutsche Oper als Dank für die deutsche Hilfe beim Brand in Lissabon 1988. Die Idee hatten Botschafter Joao Diogo Nunes Barrata und seine Kulturrätin Margarida Gouveia.

„Die Bilder müssen zu der Station passen. Ich dachte an die Musik, die eine universelle Kunst ist, und habe aus meinen Bildern archetypische Zeichen aus anderen Kulturkreisen gewählt, amerikanische, afrikanische und asiatische“, sagte Guimaraes auf dem Bahnsteig. Er hat schon viele Stationen in Portugal, Japan und Mexiko gestaltet, aber hier erstmals eine neue Technik angewandt. 20 000 Fliesen wurden dafür bei der Traditionsfirma Viúva Lamego in Sintra von Hand gefertigt und gebrannt. „Diese Fliesen kommen dem Charakter meiner Arbeit näher. Je nach Lichteinfall gibt es andere Farbtöne“, sagt Guimaraes. „Dieser Bahnhof war eine Herausforderung. Hier gibt es schwierige Decken, wenig Raum. Zudem muss der Denkmalschutz berücksichtigt werden. Ich hätte gerne die Säulen in Blau gestrichen, aber sie müssen Grün bleiben.“ Botschafter Barrata gibt heute seinen Abschied von Berlin in der Deutschen Oper, um 19 Uhr wird er den U-Bahnhof übergeben. Die BVG stellt einen Zug Erfrischungen auf das mittlere Gleis. Der Bahnhof soll im Januar 2003 fertig werden.

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