Berlin : Busse standen, Briefe blieben liegen

Auch bei der Polizei droht neuer Ausstand

Im Tarifkonflikt bei BVG und Post haben sich die Fronten weiter verhärtet – und der Streik in den BVG-Werkstätten wirkt sich immer stärker auf die Fahrgäste aus. Am Donnerstag nahmen rund 150 Mitarbeiter der Deutschen Post in Berlin und Brandenburg an kleineren Warnstreik- Aktionen teil. Laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi waren die Briefzustellung Kreuzberg, Grunewald sowie in Brandenburg die Paketzustellung Mittenwalde betroffen. Dadurch blieben etwa 180 000 Briefe und 10 000 Pakete liegen. Heute beginnt die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik.

Bei der Polizei hingegen endet heute die Urabstimmung darüber, ob beim Objektschutz und im Gefangenenwesen die Arbeit ruhen soll. Die Polizeigewerkschaften warfen gestern Polizeipräsident Dieter Glietsch vor, die Situation zu eskalieren. Er will erneut Polizeiangestellte, die etwa gefährdete Botschaften bewachen, zum Notdienst verpflichten. Die Gewerkschaften sehen dies als „Streikverbot“ an und wollen notfalls vor Gericht ziehen. Auch die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD fordert den Polizeipräsidenten zum Einlenken auf.

Der Ausstand von rund 1000 BVG-Werkstattmitarbeitern seit Sonntag wirkt sich nun nicht mehr nur auf den Bus-, sondern auch auf den U- und Straßenbahnverkehr aus. Seit Donnerstag führen die Züge der Linien U6 und U7 zeitweise nur noch in halber Länge, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Auch auf der U2 mussten Waggons wegen des Reparatur- und Wartungsstaus eingespart werden. Rund 150 Busse stünden tagsüber nicht zur Verfügung. Die Linien X 76 in Lichtenrade sowie 344 in Neukölln wurden eingestellt, weil ausgefallene Busse nicht ersetzt werden konnten. Die Verdi-Tarifkommission will heute wieder zusammenkommen. tabu

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