Berlin : BVG: CONTRA von Alexander Kaczmarek

Der Autor ist stellvertretender Vorsitzender der C

Nett gedacht: Man senke die Fahrpreise drastisch, es fahren mehr Bürger BVG, die BVG hat mehr Einnahmen, und fertig ist das verkehrspolitische Perpetuum mobile. Die Sache hat nur einen Haken - sie funktioniert nicht.

Zum Thema Ted: Sind niedrigere Tarife für die BVG ein gutes Geschäft? Die BVG schreibt heute tiefrote Zahlen und hält sich mit rund einer Milliarde Mark aus dem Landeshaushalt über Wasser. Es ist unwahrscheinlich, dass moderne Busse in Zukunft spottbillig werden und Busfahrer mit weniger Geld nach Hause gehen. Geht man davon aus, dass Rationalisierung Grenzen hat und die Effizienzgewinne dringend benötigt werden, um das bestehende Defizit zu verringern, ist der Wunsch nach Fahrpreissenkungen abenteuerlich. Wird die Fahrpreiseinnahme auf diese Art mutwillig verringert, begibt sich die BVG auf eine Schussfahrt in den finanziellen Abgrund. Es sei denn, die Super-Billig-Tarife würden zu einem Fahrgastansturm führen.

Doch zu viele neue Kunden dürften es auch nicht sein. Wenn nämlich mehr Fahrzeuge und Personal nötig wären, um den Ansturm zu bewältigen, würden die zusätzlichen Kosten die Einnahmen wieder auffressen ... Und woher sollten denn die neuen Kunden kommen? Autofahrer bezahlen von jeher mehr für die Qualitätsvorteile des Individualverkehrs. Park+Ride-Plätze an den Schnellbahnhöfen, vernünftige Anschlüsse und übersichtliche Tarife locken daher sicher mehr Autofahrer in Bahn und Bus, als Fahrpreis-Dumping.

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