Berlin : BVG gibt Pannen im neuen Liniennetz zu

Erste Korrekturen für Ende Februar vorgesehen. Probleme gibt es vor allem mit den Anschlüssen beim Umsteigen

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Im neuen Liniennetz der BVG, das seit 12. Dezember gilt und zu zahlreichen Protesten von Fahrgästen geführt hat, gibt es nach Angaben des Unternehmens Planungspannen. Sie sollen bei der nächsten Fahrplanänderung Ende Februar korrigiert werden. Solche Pannen seien nicht zu vermeiden, die Zahl sei aber verhältnismäßig gering, sagte Chefplaner Tom Reinhold dem Tagesspiegel. Schwachpunkte gebe es bei Anschlüssen beim Umsteigen, aber zum Teil auch beim Fahrplan.

Ob es auch zu größeren Linienänderungen kommen wird, will die BVG Mitte Januar entscheiden. Bis dahin sollen die Beschwerden der Fahrgäste ausgewertet sein. In Leserzuschriften an den Tagesspiegel gibt es besonders viel Kritik an der Einstellung der BusLinie 348 im Bereich des Südwestkorsos in Wilmersdorf. Wenn Anschlüsse nicht passen, verlängert sich die Fahrtzeit zum Teil erheblich. So berichten Leser, die auf ihrer Fahrt zwei Mal umsteigen mussten, dass sie in beiden Fällen nur noch den Bus davonfahren sahen. Da die BVG nun in ihrem so genannten Ergänzungsnetz abseits der Hauptrouten oft nur noch im 20-Minuten-Abstand fährt, heißt es für die Fahrgäste dann: warten oder laufen. Das Problem gibt es am Tag und bei den Nachtverbindungen. Wenn die Wartezeit mehr als 20 Minuten beträgt und sie durch Verschulden der BVG verursacht worden ist, erstattet das Unternehmen auf freiwilliger Basis bei Fahrten zwischen 23 Uhr und 5 Uhr die Kosten für eine Taxifahrt bis zu 25 Euro. Tagsüber gibt es einen Gratiseinzelfahrschein.

Ein weiteres Problem beim neuen Fahrplan sind die so genannten Pulkbildungen beim Bus und bei der Straßenbahn, die mit dem neuen Konzept und den Metrolinien eigentlich vermieden werden sollten. Doch nach wie vor müssen Fahrgäste, etwa beim 148er Bus (Zehlendorf, Busseallee – Alexanderplatz) erst lange auf einen Bus warten – und dann kommen gleich mehrere Fahrzeuge hintereinander. Solche Probleme gebe es vor allem auf Linien, auf denen abschnittsweise Verstärkungsfahrzeuge eingesetzt werden.

Intern gibt die BVG inzwischen auch zu, dass es Pannen bei der Information für die Fahrgäste gegeben hat, obwohl das Unternehmen für die externe und interne Kommunikation nach eigenen Angaben 5,1 Millionen Euro ausgab. So haben zum Beispiel weniger Haushalte als vorgesehen Broschüren erhalten.

München, das ebenfalls zum 12. Dezember sein Netz umgestellt hat, machte es anders. Zwischen dem 23. und 26. November erhielten alle 793 000 Haushalte der bayerischen Hauptstadt das Kundenmagazin der Münchener Verkehrsgesellschaft mit den Informationen zum neuen Busnetz als Postwurfsendung – jeweils 68 Gramm schwer.

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