Berlin : BVG hat zu wenig Fahrgäste

Jetzt drohen neue Preiserhöhungen

Klaus Kurpjuweit

Die BVG hat nach der großen Fahrplanumstellung Ende 2004 ihr Ziel nicht erreicht, deutlich mehr Fahrgäste zu gewinnen. Da der Verkehrsbetrieb mit dem Senat vereinbart hat, durch eine Zunahme bei der Zahl der Fahrgäste und durch Tariferhöhungen die Einnahmen jährlich um drei Prozent zu steigern, nimmt jetzt der Druck zu, 2007 die Preise zu erhöhen. Bereits in diesem Jahr wollte die BVG diesen Schritt im Verkehrverbund Berlin-Brandenburg (VBB) vollziehen, war aber am Veto des Senats gescheitert.

Die BVG hatte das ehrgeizige Ziel, mit den neu eingeführten Metrolinien bei Bussen und Straßenbahnen die Zahl der Fahrten um fast 20 Millionen im Jahr zu steigern. Die Zahl ist im vergangenen Jahr mit 906,9 Millionen jedoch fast konstant geblieben. Bei den neuen Metrolinien hat das Unternehmen zwar mehr Kunden gewonnen, doch woanders gingen der BVG mehr Fahrgäste als erwartet verloren. Die S-Bahn, die ihr Netz weitgehend unverändert gelassen hatte, konnte die Zahl der Fahrten dagegen um 11,9 Prozent auf 356 Millionen steigern.

Um das Metrokonzept finanzieren zu können, hatte die BVG vor allem auf Linien in den Außenbereichen ihr Angebot gekürzt. Dies sei aber nicht der Hauptgrund für die enttäuschenden Fahrgastzahlen gewesen, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Vor allem bei der Straßenbahn, die einen Rückgang bei der Zahl der Fahrten um 2,2 Prozent hinnehmen musste, hätten Baustellen auf wichtigen Linien zu einem Rückgang geführt. Dies werde man aufholen.

Die BVG habe aber auch wegen der hohen Preise im VBB Kunden verloren, weil viele zumindest im Sommer aufs Fahrrad umstiegen, ist Christfried Tschepe vom Fahrgastverband IGEB überzeugt. Dies sei bei der BVG leichter möglich als bei der S-Bahn, weil die zurückgelegten Wege bei der BVG in der Regel kürzer seien. Weitere drastische Preiserhöhungen würden erneut zu einer Abwanderung von Fahrgästen führen, so Tschepe. Bei der nächsten Erhöhung sollen vor allem Einzelfahrscheine teurer werden; die Tarife für Abonnenten sollten dagegen nicht steigen.

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