BVG : Ostern ist streikfrei

Über die Osterfeiertage wird der Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben komplett ausgesetzt. Auch die Werkstätten und die Verwaltung werden ihre Arbeit wieder aufnehmen. Bis dahin kommt es noch zu Behinderungen - vor allem im Busverkehr.

BerlinAb Freitag, 0 Uhr, sollen die Werkstätten und Leitstellen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Arbeit wieder aufnehmen, entschied die Große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi. Über eine Fortführung des Streiks wird nach Angaben eines Sprechers am Dienstagmorgen nach Ostern entschieden. Bereits seit Montag rollen Busse und Bahnen wieder, allerdings mit Einschränkungen.

Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler begründete die Entscheidung damit, dass die Fahrzeuge schneller "knapp" geworden sind als erwartet. Es gibt erhebliche Ausfälle bei Bussen und Straßenbahnen. Bereits ab Dienstagabend mussten Straßenbahnzüge geteilt werden, um den geplanten Verkehr anbieten zu können. "Einen angemessenen Fahrplan über die Osterfeiertage - wie versprochen - hätten wir nicht anbieten können", sagte Bäsler. In dieser Zwickmühle haben die Kollegen gesteckt.

Der Streik wird "schweren Herzens ausgesetzt", betonte der Gewerkschafter. Die Pause ist "aber auch eine Chance für den Arbeitgeber, ein neues, verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen". Bäsler wollte die Entscheidung nachdrücklich nicht als Schwäche ausgelegt wissen. Der Beschluss sollte nicht als "Einknicken der Kollegen" bewertet werden. Ein Verdi-Sprecher betonte: "Wir richten uns auf einen langen Arbeitskampf ein."

Immer mehr Busse fallen aus

Bei der BVG war am Montag nach fast zweiwöchigem Ausstand der Fahrbetrieb angelaufen. Seither sind Busse, U- und Straßenbahnen wieder weitgehend in Betrieb. Allerdings fallen besonders bei den Bussen zunehmend Fahrzeuge aus, weil sie nicht mehr repariert werden können. Während am Dienstag noch 85 Prozent der Fahrzeuge fuhren, sind am Mittwoch vier Prozent weniger unterwegs, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Es wird versucht, vor allem jene Strecken zu bedienen, die nicht durch andere Linien abgedeckt sind.

Neben den fehlenden Reparaturen kommen wegen des Streiks weitere Erschwernisse für die BVG hinzu. Verdi lässt die Busse nicht mehr in den Hallen betanken, sondern draußen, sagte Wazlak. Dadurch kommt es zu Verzögerungen. Außerdem können die Busse kaum oder gar nicht mehr gereinigt werden. Bei Straßen- und U-Bahnen läuft der Verkehr hingegen "sehr gut". Es gibt "keine Ausfälle", sagte der Sprecher. Allerdings müssen auch dort Wagen, die beispielsweise mit Graffiti beschmiert seien, eingesetzt werden, weil eine Reinigung derzeit nicht möglich ist.

SPD wirft Verdi "zerstörerische Strategie" vor

Die SPD hat die Streikstrategie der Gewerkschaft erneut kritisiert. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion und Verkehrsexperte Christian Gaebler wirft Verdi vor, die Zukunft der BVG aufs Spiel zu setzen. Es ist eine "zerstörerische Strategie", wenn jetzt auch noch die Fahrzeuge auf Verschleiß gefahren werden. "Es wird Monate dauern, wenn das so weitergeht, bis die BVG wieder voll einsatzfähig ist", sagte Gaebler.

Verdi fordert bis zu neun Prozent mehr Gehalt. Die Arbeitgeberseite bot ein Paket über 20 Millionen Euro für eine Laufzeit von 24 Monaten an, dessen Aufteilung noch geklärt werden sollte. Die Verdi-Forderung hingegen hätte ein Volumen von 38,5 Millionen Euro. (tbe/ddp)

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