Berlin : BVG spart in den Ferien

Auch S-Bahn mit eingeschränktem Angebot Fahrgastverband: Anschlüsse gehen verloren

Klaus Kurpjuweit

Ferienzeit – Wartezeit. Dies gilt jetzt wieder für viele Fahrgäste im Nahverkehr, weil BVG und S-Bahnen nach einem „Ferienfahrplan“ unterwegs sind, der das Angebot zum Teil erheblich einschränkt. Vor allem Umsteiger verlieren nach Ansicht des Fahrgastverbandes IGEB nun viel Zeit, weil durch veränderte Takte die Anschlüsse nicht mehr gewährleistet seien. Die BVG hält die „Aufregung“ für überzogen. Die Verkehrsverwaltung hat den Ferienfahrplan genehmigt. Die S-Bahn hatte ihn wegen Personalmangels schon eine Woche früher eingeführt.

Wie bereits in den Vorjahren lässt das Unternehmen auf zahlreichen Linien Züge und Busse seltener fahren. „Was sich nach wenig anhört, wirkt sich aber groß aus“, sagte der IGEB-Vorsitzende Christfried Tschepe. Auf den U-Bahn-Linien 6 und 8 wird im Ferienfahrplan der einheitliche Fünf-Minuten-Takt durch Zugabstände von abwechselnd sechs oder sieben Minuten ersetzt. Da Umsteigezeiten aber auf den Fünf-Minuten-Takt abgestimmt seien, müssten Fahrgäste nun häufig länger auf die Weiterfahrt warten, weil der direkte Anschluss verloren gehe. Auf den Linien U2, U7 und U9 gibt es das Fünf-Minuten-Angebot; allerdings fahren die Bahnen dort sonst alle vier Minuten.

Für die BVG machen sich die wenigen Minuten mehr beim Zugabstand dagegen bezahlt. Allein durch den um eine Minute vergrößerten Abstand müsse das Unternehmen insgesamt 14 Bahnen weniger einsetzen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Insgesamt spare die BVG im Ferienfahrplan bis zu 3,5 Millionen Euro.

Beim Bus würden vorwiegend die sonst üblichen zusätzlichen Schülerfahrten gestrichen, sagte Reetz weiter. Nach Angaben von Tschepe schränkt die BVG das Angebot besonders in diesem Bereich stärker ein als in den Vorjahren. Statt alle 10 Minuten seien auf mehreren Linien die Busse nun nur alle 20 Minuten unterwegs.

Ganz eng kann es werden, wenn bei der Bahn die Lokführer erneut streiken sollten. Personalreserven für zusätzliche Fahrten hat die BVG kaum noch; auch bei ihr machen viele Mitarbeiter jetzt Urlaub. Klaus Kurpjuweit

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