BVG-Streik : Verdi: Nichts fährt raus

Zweiter Tag Stillstand: Auch am Donnerstag bleiben die Fahrzeuge der Berliner Verkehrsbetriebe im Depot. Die Beschäftigten warten weiter auf ein neues Angebot ihres Arbeitgebers. Auch die Berliner Bürger warten - auf überfüllte Sonderbusse oder im Stau.

BerlinIn Berlin bleiben am Donnerstag den zweiten Tag in Folge U-Bahnen und Straßenbahnen sowie die meisten Busse in den Depots. Die S-Bahnen sind von dem Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) nicht betroffen. Ein Verdi-Sprecher sagte am Morgen, es lägen der Gewerkschaft keine Informationen vor, dass "irgendwas bei der BVG rausgefahren ist". Der Streik sei planmäßig weitergeführt worden. Daran werde sich auch nichts ändern, bis die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten, betonte der Sprecher.

Laut BVG-Sprecherin Petra Reetz ist der eingerichtete Notverkehr "im Großen und Ganzen" gut angelaufen. Die insgesamt 107 eingesetzten Busse seien aber "sehr voll" gewesen. Die BVG rechnet damit, dass sich die Situation am Vormittag nach dem morgendlichen Berufsverkehr vorerst leicht entspannt. Reetz betonte zugleich, dass der Streik von den Fahrgästen mit einer "relativ großen Portion Gelassenheit getragen wird".

Weil am ersten Tag des Streiks viele Menschen auf das Auto umgestiegen, hatte es teilweise lange Staus auf den Straßen gegeben. Am Donnerstagmorgen hat die Polizei laut einem Sprecher aber noch keine gravierenden Verkehrsbehinderungen registriert. Wegen des BVG-Streiks seien nicht mehr Beamte als sonst im Dienst.

Ein Teil der BVG-Beschäftigten trifft sich ab 9 Uhr zu einer Streikversammlung vor der U-Bahn-Werkstatt in der Müllerstraße in Wedding. Die Gewerkschaft verlangt Gehaltserhöhungen von bis zu zwölf Prozent, mindestens aber 250 Euro brutto monatlich mehr. Dagegen will der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin (KAV) vorrangig den seit 2005 eingestellten so genannten Neu-Beschäftigten mehr Geld zahlen. Die Alt-Beschäftigten sollen weitgehend leer ausgehen. (iba/ddp)

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