BVG : Tariferhöhung wird offenbar vertagt

Die geplante Anhebung der Fahrpreise bei den Berliner Verkehrsbetrieben wird offenbar vertagt. "Es wird sie so zum 1. Januar nicht geben", sagte SPD-Landeschef Michael Müller. Auch die Linkspartei.PDS hatte Widerstand angekündigt.

Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) wird sich nach Angaben einer Sprecherin am 25. Oktober mit dem Thema beschäftigen. Im VBB sind 43 Unternehmen der Region zusammengeschlossen. Nach einem Beschluss des BVG-Aufsichtsrats unter Führung von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sollten die Tarife mit Ausnahme der Jahresumweltkarte ursprünglich Anfang 2007 erhöht werden, um steigende Kraftstoff- und Stromkosten auszugleichen. Jetzt zeichnet sich laut Medienberichten ab, dass die Pläne auf das Frühjahr verschoben werden könnten. Die hoch verschuldete landeseigene BVG steht unter erheblichem finanziellen Druck.

Nach Informationen der "Morgenpost" ist für Montag ein Krisengespräch von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), die Preiserhöhungen genehmigen muss, und BVG-Chef Andreas Sturmowski geplant. Junge-Reyers Sprecherin Manuela Damianakis betonte: "Es kann nicht sein, dass die BVG den Weg des geringsten Widerstandes geht."

Wenn der VBB-Aufsichtsrat, in dem die Regierungen beider Länder vertreten sind, am 25. Oktober nicht zu einer Entscheidung kommt, könnten die Tarife nicht zum Jahresbeginn angehoben werden, sagte VBB-Sprecherin Gabriele Mittag auf ddp-Anfrage. Sie begründete dies mit dem notwendigen Vorlauf, um die Automaten umzustellen und die Tickets zu drucken. Ziel des VBB sei es, dass mehr Autofahrer auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Marktforschungsuntersuchungen belegen nach Angaben der Sprecherin jedoch, dass Unternehmen Fahrgäste verlieren, wenn die Fahrpreise nicht moderat erhöht werden. (tso/ddp)

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