BVG-Übergriffe : Busfahrer sollen besser geschützt werden

Um die Busfahrer besser zu schützen, werden in alle Fahrzeuge Seitenscheiben eingebaut. So sollen die Übergriffe, die sich in letzter Zeit gehäuft haben, verhindert werden. Zusätzlich wird die Videoüberwachung ausgebaut.

BerlinUm die Busfahrer besser vor Gewalt zu schützen, werden in alle Omnibusse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im vorderen Bereich Seitenscheiben eingebaut. Neue Fahrzeuge werden ab Werk damit ausgestattet, alle übrigen Busse werden im Laufe des nächsten Jahres nachgerüstet. Der Senat habe dies mit dem landeseigenen Unternehmen vereinbart, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Dienstag. Die Kosten von bis zu zwei Millionen Euro muss die BVG tragen.

Der Senat habe die Verkehrsbetriebe auch gebeten, ein Konzept für den Einbau von Fahrerkabinen vorzulegen, so Körting. Er nannte weitere Maßnahmen, die BVG-Fahrer vor brutalen Übergriffen von Fahrgästen schützen sollen. So sollen 60 externe Sicherheitskräfte in den Bussen eingesetzt werden, bisher sind es 38. Der Senat habe auch ein Programm im Rahmen des "Öffentlichen Beschäftigungssektors" (ÖBS) beschlossen. Es geht um 300 Begleitpersonen. "Keine Security-Leute, aber ansprechbar, auskunftsfähig und offiziös gekleidet", sagte Körting. Bisher wurden 30 ÖBS-Kräfte für die BVG ausgebildet, gegen ihren Einsatz wehrte sich vor allem der BVG-Personalrat.

Der Innensenator kündigte zudem an, dass die Videoüberwachung der U-Bahnhöfe ausgebaut wird. Eine "musterhafte Ausstattung" mit Überwachungskameras, um nicht nur die Bahnsteige, sondern auch die Zugänge zu kontrollieren, sei unter anderem für das Kottbusser Tor vorgesehen. Bereits umgesetzte Maßnahmen seien die Deeskalationsschulung für Busfahrer und das flächendeckende Notrufsystem. Mit der Polizei hat Körting vereinbart, dass die Streifendienste künftig auch in den U-Bahnhöfen sichtbar werden. In den Streit, ob der Vordereinstieg in den BVG-Bussen abgeschafft werden soll, will sich der Senat nicht einmischen. "Wie man in den Bus einsteigt, ist Sache der BVG", sagte Körting. Auch den öffentlichen Vorwurf des SPD-Abgeordneten Thomas Kleineidam, dass ein Teil der Übergriffe auf das Verhalten der Busfahrer zurückzuführen sei, wollte der Senator nicht näher kommentieren. Diese Äußerung sei offenbar falsch verstanden worden. Obwohl die Zahl der Gewalttaten gegen BVG-Fahrer eher rückläufig ist, haben besonders brutale Vorfälle in den vergangenen Wochen zu neuen Diskussionen über die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr geführt. za

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