• BVG überwacht jetzt auch Bahnhofsaufzügemit VideokamerasVandalismus hat in Liften enorm zugenommen

Berlin : BVG überwacht jetzt auch Bahnhofsaufzügemit VideokamerasVandalismus hat in Liften enorm zugenommen

Rückgang dagegen in Straßenbahnen mit Kontrollsystem

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Von Klaus Kurpjuweit

und Werner Schmidt

Die BVG lässt jetzt auch Aufzüge per Kamera überwachen – zunächst einmal versuchsweise in einer Anlage. Der Vandalismus in den Aufzügen habe in letzter Zeit stark zugenommen, sagte U-Bahn-Chef Wolfgang Predl. Jetzt wolle die BVG gegensteuern. Die Aufzüge fallen nämlich nach den Beschädigungen häufig aus, und auch der finanzielle Aufwand zur Beseitigung der Schäden sei erheblich.

Der Einsatz von Videokameras lohnt sich für die BVG. Seit in Straßenbahnen diese nur knopfgroßen Kameras installiert sind, ging die Zahl der Beschädigungen deutlich zurück. Zerkratzte und beschmierte Fenster, Graffiti und aufgeschlitzte Polster scheinen weitgehend der Vergangenheit anzugehören. BVG-Sprecherin Barbara Mansfield bestätigte, dass seit Mai keine Schäden in den Fahrzeugen mit Kameras festgestellt wurden. Damals begann die BVG, 30 neue Zweirichtungsfahrzeuge serienmäßig mit den Überwachungskameras ausstatten. Die Lieferung soll Ende November abgeschlossen sein.

Schon während eines ersten Versuchs 1999/2000 konnte die BVG einen Erfolg verbuchen. Damals waren zwei Busse, ein U-Bahn-Zug und zwei Straßenbahnen mit Videokameras ausgestattet worden. Lediglich eine Beschädigung sei damals registriert worden, sagte Mansfield.

Die Fahrer können über einen Monitor das Innere der Fahrzeuge überwachen und notfalls Hilfe herbeirufen. Je nach Bedarf können die Aufzeichnungen abgespielt werden. Nach Auskunft der BVG-Leitstelle werden jeweils 24 Stunden aufgezeichnet und danach überspielt, falls es keinen Vorfall gegeben hat. Bei einem nachträglich festgestellten Schaden werden die Aufzeichnungen von speziell geschulten Mitarbeitern ausgewertet.

In den Fahrzeugen sind jeweils vier Kameras installiert, die nach Angaben von U-Bahn-Chef Wolfgang Predl jeden Winkel im Innenraum erfassen können. Lediglich ein drei bis vier Zentimeter großes Loch sei für das Kameraobjektiv nötig, sagte Mansfield. Die Fahrzeuge mit Kameras seien für die Fahrgäste an Aufklebern mit den entsprechenden Symbolen erkennbar.

Die Investition in die Kameras lohnt sich nach den bisherigen Erfahrungen für die BVG allemal. Pro Fahrzeug kostet die Videotechnik 10 000 Euro. Für die Beseitigung von Vandalismusschäden mussten die Verkehrsbetriebe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weit über drei Millionen Euro ausgeben. Das sind zwar sechs Prozent weniger als im Jahr davor, für die BVG-Manager aber noch immer zu viel.

Vom nächsten Jahr an will die BVG die Videoüberwachung auch in den U-Bahnen testen. Dort kommt aber eine andere Technik zum Einsatz. Die U-Bahn-Fahrer sind den abgeschlossenen Tests zufolge mit der Überwachung der langen Züge überfordert. Daher sollen die in den U-Bahnen aufgenommenen Bilder direkt in die BVG-Leitstelle übertragen werden. Von dort aus kann im Notfall per Standleitung die Polizei benachrichtigt werden.

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