BVG : Unbefristeter Streik frühestens in zehn Tagen

Seit Mitternacht stimmen die Gewerkschaftsmitglieder bei der BVG darüber ab, ob sie richtig Druck machen wollen und in einen unbefristeten Streik treten. Der kommt allerdings nicht sofort - die BVGer wollen ihrem Arbeitgeber noch etwas Zeit lassen, ihnen ein Angebot zu machen.

BVG
Stillstand: Beim großen Warnstreik im Februar legte die Gewerkschaft Verdi fast den gesamten öffentlichen Nahverkehr lahm. -Foto: dpa

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wird ein Streik frühestens Mitte nächster Woche beginnen. "Wir wollen dem Arbeitgeber noch einige Tage Zeit geben, in sich zu gehen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler zum Auftakt der viertägigen Urabstimmung. Deren Ergebnis werde am Freitagnachmittag bekannt gegeben.

Ein Streik setzt eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Gewerkschafter des Unternehmens voraus. Bäsler versicherte, dass auch die BVG-Kunden rechtzeitig über Arbeitsniederlegungen informiert würden, um sich darauf einstellen zu können. Die BVG-Beschäftigten hatten bereits Anfang Februar mit einem 39-stündigen Warnstreik den öffentlichen Nahverkehr bei Bussen, U- und Straßenbahnen weitgehend lahm gelegt. Die Urabstimmung war am Morgen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mit reger Beteiligung gestartet. "Es ging sehr gut los", sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Rund 8000 Gewerkschaftsmitglieder können bei der BVG ihre Stimme abgeben.

Schwierige Verhandlungen

Die Fronten zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) sind verhärtet. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen für die rund 12.000 Beschäftigten des landeseigenen Unternehmens in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt. Die Arbeitgeber hätten "kein klar bezifferbares Angebot" unterbreitet, hieß es zur Begründung. Verdi verlangt Gehaltserhöhungen von bis zu zwölf Prozent, mindestens aber 250 Euro brutto monatlich mehr.

Der Arbeitgeberverband will den seit 2005 eingestellten so genannten Neu-Beschäftigten stufenweise bis 2010 sechs Prozent mehr Gehalt und einmalig 200 Euro zahlen. Bei den Alt-Beschäftigten soll jedoch der Zuwachs auf den so genannten Sicherungsbetrag angerechnet werden, den sie als Teilausgleich für Gehaltsverzicht zusätzlich zum Tariflohn erhalten. (mhz/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar