BVG : Wie Politiker für mehr Sicherheit sorgen wollen

Mehr Sicherheitspersonal ja, aber keine weiteren Landeszuschüsse an die BVG: So lautet mehrheitlich die Position der Landespolitik nach den erneuten Übergriffen im öffentlichen Nahverkehr.

Sabine Beikler

SPD-Innenpolitiker Thomas Kleineidam betont, „die Sicherheit in U-Bahnen und Bussen ist Sache der BVG“. Er unterstütze jedoch nicht die Forderung des BVG-Chefs Andreas Sturmowski, einen Wachmann pro U-Bahnzug einzusetzen. „Das ist nicht finanzierbar“, sagte Kleineidam. Und mehr Geld aus der Landeskasse könne es schon gar nicht geben. Auch die Linke will keine öffentlichen Mittel dafür bereitstellen. Nur die Grünen fordern den Senat auf, dies zu prüfen.

Kleineidam ebenso wie der CDU-Innenpolitiker Peter Trapp halten es eher für möglich, dass die Fahrpreise erhöht werden. „Zehn Cent Aufschlag für die Sicherheit sind zu verkraften“, sagte Trapp, zugleich Vorsitzender des Innenausschusses. Über die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr wollen die Innenpolitiker auf der nächsten Ausschusssitzung sprechen. Auch Trapp lehnt einen weiteren Zuschuss des Landes ab, ebenso wie Sturmowskis Ansinnen, einen Wachmann pro U-Bahn-Wagen einzusetzen. Stattdessen müsse die Videoüberwachung ausgebaut werden.

Das wiederum sehen die Innenpolitikker Udo Wolf (Linke) und Benedikt Lux (Grüne) sehr kritisch. Wolf: „Wir wollen von der BVG wissen, ob die Videoüberwachung etwas gebracht hat.“ Lux zweifelt daran – und will deshalb mehr Personal; nicht nur wegen der Sicherheit, sondern um den Nahverkehr attraktiver zu machen. Er fordert erneut, auch andere Uniformierte wie zum Beispiel Justizbeamte kostenlos mitfahren zu lassen. Auf gefährlichen Strecken müsse zudem mehr Polizei unterwegs sein. „Die Beamten haben in ihrer Uniform präventiven Charakter.“

FDP-Innenpolitiker Björn Jotzo möchte ebenfalls mehr Sicherheitspersonal. Er kann sich Bus-Marshalls vorstellen oder auf einzelnen U-Bahn-Linien Doppelstreifen mit Polizisten und privaten Sicherheitsleuten. Allerdings sehen die Liberalen das Land nicht in der Pflicht, dies zu finanzieren. Sabine Beikler

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar