Berlin : BVG will Rabatt für Stammkunden einführen

Klaus Kurpjuweit

Treue soll sich lohnen – zumindest für Fahrgäste im Nahverkehr. Die BVG will nach Tagesspiegel-Informationen ein Rabattsystem einführen, bei dem der Preis von der Dauer eines Abonnements abhängt. Je länger man ununterbrochen Kunde ist, desto billiger soll die Monats- oder Jahreskarte werden. Das Modell soll zunächst nur für Senioren gelten. Doch es gibt auch Bestrebungen, das Rabattsystem auf alle Abonnenten auszuweiten. Die Kehrseite dabei: Weil das Unternehmen am Ende nicht weniger Geld einnehmen will als bisher, müssten andere Tarife erhöht werden, etwa der Einzelfahrschein. Bei der Tariferhöhung im April waren die Stammkunden verschont worden; die Abopreise blieben unverändert.

Auch eine Sammelkarte will die BVG wieder anbieten, bei der der Preis für vier oder fünf Fahrten geringer ist als der Kauf von einer entsprechenden Zahl von Einzelfahrscheinen. Wie hoch der Rabatt dabei sein soll, steht noch nicht fest. Allerdings soll es eine geringe Summe sein.

Dagegen soll es dabei bleiben, dass der Einzelfahrschein nur für Fahrten in eine Richtung gilt. Bestrebungen, innerhalb von zwei Stunden auch Rückfahrten zuzulassen, lehnt die BVG ab. Während sie allerdings bei der Abschaffung der Rückfahrmöglichkeit 2004 argumentierte, davon seien nur wenige Kunden betroffen, nennt BVG-Chef Andreas Sturmowski jetzt einen Verlust von 14 bis 15 Millionen Euro allein für die BVG, wenn die Rückfahrt wieder zugelassen würde.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte vor Kurzem angeregt, über die Rückfahrmöglichkeit nachzudenken. Auch für günstigere Seniorentarife hatte sie sich eingesetzt. In einer Tagesspiegel-Umfrage hatten sich 97,2 Prozent der Teilnehmer ebenfalls für die Rückfahrmöglichkeit beim Einzelfahrschein ausgesprochen. Auch die S-Bahn ist bereit, sie wieder zuzulassen – wenn dafür die Preise für längere Strecken stark steigen. Wie die neuen Tarife am Ende aussehen werden, ist derzeit ungewiss. BVG, S-Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) entwickeln jeweils eigene Modelle. Bis Jahresende wollen sie auf eine gemeinsame Linie kommen. Eines steht schon fest: 2008 sollen die Tarife so geändert werden, dass die Einnahmen um rund zwei Prozent steigen. Klaus Kurpjuweit

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