Berlin : Bye-bye, Bambi

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VON TAG ZU TAG

Elisabeth Binder über die verteilten Rollen von Bambi und Goldener Kamera

Kaum ist die Verleihung der Goldenen Kamera im Schauspielhaus über die Bühne gegangen, kommt die Nachricht, dass Bambi in diesem Jahr in Hamburg bleibt. Müssen wir uns Sorgen machen um Berlin?

Beide Veranstaltungen, Bambi wie Goldene Kamera, sind sich in ihrer Ausrichtung sehr ähnlich. Sie sind Huldigungen an das Streben des Menschen nach Vollkommenheit, an seinen Wunsch zu den Sternen zu gelangen oder gar ein solcher zu werden. Nicht immer treffen die Auserwählten jedermanns Geschmack, aber das ist ja nur natürlich. Worauf es ankommt, ist das Zeremoniell der Rührung. Große Gefühle machen große Ziele attraktiv, die wiederum die Menschen auf ihrem Weg zu den Sternen weiter- bringen. Das Prinzip lässt sich nun mal mit Popstars und Schauspielern am leichtesten so durchdeklinieren, dass es für breite Massen verständlich und erstrebenswert wird.

Was die beiden Preise und die dazu gehörigen Galas unterscheidet, sind die Veranstalter. Das Bambi ist durch Burda bayerisch geprägt und mit seinem eher am Niedlichen orientierten Charme sicher bestens geeignet, die steifen Hamburger ein wenig anzuschmelzen. Die Goldene Kamera, ein Springer-Event, passt mit ihrer cineastischen Ausprägung besser in die traditionelle Filmmetropole, die Stück für Stück ihren alten Mythos zurückgewinnt. Den Stars gefällt es hier, das sagen sie, und das merkt man ihnen auch an. Da kann man, wenn überhaupt noch genügend Zeit bleibt, dem Bambi doch nur wünschen, dass die Hamburger auch nett und herzlich genug zu ihm sind.

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