Berlin : Capitale Currywurst

Über den Dächern: Empfang mit Kevin Spacey

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Zwischen „Gelee von BouillabaisseFischen“ und „lauwarm pochiertem Lachs aus Zitronen-Risotto“ darf es wohl auch mal was Bodenständiges sein, am besten fein mit hiesigem Lokalkolorit gewürzt, denn wer denkt bei Currywurst schon noch an Indien? Also wacker hineingebissen in die „Hommage an Berlin“, zu der die Mini- Würste im „Capitol Club“ des Hilton veredelt worden waren, zu Ehren von Kevin Spacey, Laura Linney und Regisseur Alan Parker. Immerhin, nur einen feiner Gewürzstaub hatte man den Würstchen beigegeben, die Ahnung von Exklusivität und Luxus im siebten Stock über dem Gendarmenmarkt sollte durch keinen Curry-Exzess beeinträchtigt werden.

Ach, was für eine Aussicht! Der Deutsche Dom im Vordergrund, der ganze Gendarmenmarkt von feinem Schneepulver wie bestäubt – so sieht man das nicht alle Tage. Und etwas Besonderes war doch auch der Empfang zur Premiere von „The Life of David Gale“, das merkte man schon daran, dass sich die meisten Gäste mit der Garderobe sichtbar Mühe gegeben hatten.

Oft sind solche Veranstaltungen zweigeteilt, was doch manchen Verdruss bereitet, wenn man nur glauben kann, dass sich die Stars des Abends tatsächlich hinter der zu ihrem Schutz aufgestellten Wand verbergen. Nicht so im „Capital Club“: Kevin Spacey solle kommen? Aber da steht er ja schon, in lockeren Plaudereien an ein Stehtischchen gelehnt, mit der schönen Laura an seiner Seite. Eine VIP-Lounge gibt es zwar auch, aber man muss schon genau hinschauen, um sie als solche zu identifizieren. Nicolas Cage sitzt dort endlos vorm Kaminfeuer, plaudert und pafft dicke Zigarren. Rezzo Schlauch hat am Vorabend der Gala an der Berlinale Geschmack gefunden, auch Mutter Beimer ist wieder da. Currywürste kommen da genau richtig. ac

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