Berlin : Caritas will hunderte Ein-Euro-Jobs schaffen

Arbeitslose könnten in Kitas und Altenheimen helfen – aber „nicht als Konkurrenz für bestehende Stellen“

SB/dpa

Der Caritasverband im Erzbistum Berlin will ab Januar mehrere hundert so genannter Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger schaffen. Das sagte Berlins Caritas-Chef Franz-Heinrich Fischler gestern dem Tagesspiegel. Im Moment laufe eine Umfrage bei allen Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und den stationären wie ambulanten Einrichtungen der Caritas, um herauszufinden, wie viele Stellen angeboten werden können. „Die ersten Rückläufe übersteigen die Erwartungen deutlich“, so Fischler. Zu den Jobs zählten Betreuungsaufgaben in Kitas, Hausmeistertätigkeiten in stationären Einrichtungen und Kirchengemeinden oder Hilfsdienste bei der Altenbetreuung.

Die zu schaffenden Jobs stellten keine Bedrohung für bestehende Arbeitsplätze bei der Caritas dar, betonte Fischler. „Weder bezahlte Kräfte noch Ehrenamtliche dürfen durch Ein-Euro-Jobs verdrängt werden“, sagte der Caritas-Chef. Die neuen Jobs seien ausschließlich „ergänzender Art“ und könnten ähnlich wie Zivildienstleistende zum Beispiel das Pflegepersonal in Altenheimen entlasten. Zudem seien die Jobs auf sechs bis neun Monate begrenzt. Offen ist noch, wie Langzeitarbeitslose zu den Jobs kommen sollen. Die Caritas will sich ihr Personal selbst auswählen. In der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit hieß es, man müsse in den neuen Job-Centern auch die Möglichkeit haben, zu prüfen, ob ein ehemaliger Sozialhilfeempfänger erwerbsfähig und erwerbswillig sei.

Unterdessen kündigte Caritas-Verbandsleiter Franz-Heinrich Fischler Einsparungen an. Hintergrund sei die Fusion der Caritasverbände Berlin, Brandenburg und Vorpommern im Januar 2005. Die Caritas werde aus Finanznot um die Schließung von Einrichtungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht herumkommen. Grund seien die Zuschusskürzungen für den kirchlichen Verband.

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