Catering der Fluggesellschaften : Fliegende BER-Würstchen

Air Berlin versus Lufthansa: welche Gesellschaft in Zukunft die meisten Passagiere vom BER aus befördern wird, entscheidet sich kulinarisch. Fluggäste wollen schließlich auch in der Luft nicht hungern. Eine Analyse am Beispiel der Currywurst.

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Das Berliner Original: Klaus Wowereit beim Verspeisen einer Currywurst von Curry 36. Bild mit Curry-36- Chefin, Vera Stenschke und Inhaber Lutz Michael Stenschke.
Das Berliner Original: Klaus Wowereit beim Verspeisen einer Currywurst von Curry 36. Bild mit Curry-36- Chefin, Vera Stenschke und...Foto: dpa

Es ist der Kampf um die Lufthoheit über den Papptellern. Auf denen soll sich – so jedenfalls die Annahme von Marketingstrategen – nämlich entscheiden, welche Fluggesellschaft die meisten Sitzplätze verkauft. Bisher hatte Air Berlin hier klar die Nase oben. Deutschlands zweitgrößte Airline bietet schon seit fünf Jahren an Bord die Currywurst an, wie sie auch in der „Sansibar“ verkauft wird. Das Sylter Promilokal für Jedermann gilt als das zweite Wohnzimmer von Ex-Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Und weil der sich einst dachte, dass Berlin, Air Berlin und Curry so super zusammenpassen, lässt die Gesellschaft seit 2009 auch Stewardessen mit Wursttabletts auf allen Messen und Galapartys durch die Menge stöckeln.

Klar, dass die Kollegen vom Marktführer Lufthansa, am Standort Berlin eh nur Nummer zwei, da stets traurig aus der Pelle guckten. Ab dem heutigen Sonntag soll sich das ändern. Da stockt die Lufthansa ihr Flugprogramm auf: Mehr Flieger, mehr Ziele, mehr Preise, mehr Berlin! Und eine Currywurst, die berlinischer ist als die von Air Berlin: Die Kreuzberger Kultwurst von Curry 36, das Fleisch darin liefert eine Fleischfirma aus Lichtenrade. Mehr Berlin geht nicht.

Ganz traut Lufthansa dem Braten aber noch nicht. Sie schicken das Team von Curry 36 zunächst nur am Sonntag mit einer Bude an den Flughafen Tegel, dort gibt es die Currywurst ohne Schnickschnack (Pommes) aber im Darm und mit Brötchen für 49 Cent. Schon der Preis ist ein Kampfansage an den Rivalen, der für seine Sylter Sansibar-Wurst an Bord satte 6,90 Euro verlangt. Und die stammt dann auch noch von dem Metzger Frankenberg aus Würselen bei Aachen. Weniger Berlin geht kaum.

Allerdings kann Air Berlins Wurst immerhin fliegen. Das traut sich Lufthansa noch nicht – wohl in der Annahme, ein feiner Fluggast könnte ob so viel Berliner Bodenständigkeit an Bord dann doch die Nase rümpfen.

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