Berlin : CDU begrüßt Absage der Stasikonferenz

Eine wissenschaftliche Tagung im Harnack-Haus, zu der führende Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit am 16. und 17. Juni als Zeitzeugen eingeladen waren, findet nicht statt. Die Max-Planck-Gesellschaft, der die Tagesstätte in Dahlem gehört, hat den Mietvertrag mit dem Veranstalter gekündigt. Initiator der nunmehr abgesagten Tagung ist der 31-jährige Historiker Thomas Wegener Friis von der süddänischen Universität Odense.

Der Universitätsrektor Jens Oddershede bedauerte die Entscheidung. „Wir verstehen das nicht.“ Die Begründung der Max-Planck-Gesellschaft: Mit der Absage der Stasi-Unterlagenbehörde, an der Konferenz teilzunehmen, sei das Gleichgewicht der ursprünglich ausgewogenen Veranstaltung gekippt. Die Chefin der Bundesbehörde, Marianne Birthler, hatte ihrem Forschungsmitarbeiter Helmut Müller-Enbergs – nach ursprünglicher Zusage – die Teilnahme an der Tagung doch noch untersagt.

Der Vizefraktionschef der CDU, Michael Braun, bezeichnete die Kündigung des Mietvertrags als „einzig richtigen Schritt“. Gerade am 17. Juni wäre das Auftreten ehemaliger Stasi-Kader eine unerträgliche Provokation. Auch Hubertus Knabe, Leiter der Stasiopfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen, begrüßte die Absage. Friis, der die Tagung vorbereitet hat, ist auf die Erforschung der DDR-Militärspionage gegen Dänemark im Kalten Krieg spezialisiert und sitzt im Beirat des Jahrbuchs für historische Kommunismusforschung, das im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben wird. Friis arbeitet auch mit der Humboldt-Universität Berlin zusammen. za/dpa

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