Berlin : CDU: Berlin braucht einen Ronald-Reagan-Platz

Union fordert Ehrung für US-Präsidenten, Senat reagiert zurückhaltend

von

Angesichts des bevorstehenden 100. Geburtstages von Ronald Reagan am 6. Februar ist ein politischer Streit darüber entbrannt, ob Berlin genug getan hat, um dem vor sechs Jahren gestorbenen 40. US-Präsidenten die Ehre zu erweisen.

Seit dem Tod Reagans ist hin und wieder darüber diskutiert worden, ob die 1992 verliehene Ehrenbürgerwürde – die höchste Auszeichnung der Stadt – ausreicht, um die Bedeutung Reagans für Berlin zu würdigen, oder ob es zusätzlich ein Denkmal oder einen nach ihm benannten Platz geben sollte. Viele Berliner verbinden mit Reagan bis heute vor allem dessen Auftritt am Brandenburger Tor am 12. Juni 1987. Dort rief der US-Präsident vor zehntausenden Zuschauern: „Mister Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Reißen Sie diese Mauer nieder!“

Durch Sätze wie diesen und durch seine Politik habe der bis 1989 amtierende Reagan dazu beigetragen, die deutsch-deutsche Teilung zu überwinden, sagen Landespolitiker wie Frank Henkel. Der CDU-Landesvorsitzende unterstützt eine Forderung, die am Mittwoch von Verteidigungsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) wiederbelebt wurde: Er plädiert dafür, eine Straße oder einen Platz in Berlin nach dem früheren US-Präsidenten zu benennen. „Eine Straßenbenennung nach diesem großen Ehrenbürger wäre sehr zu begrüßen und der angetretene Beweis dafür, dass rot-rote Dankbarkeit nicht bei Rudi Dutschke enden muss“, sagte Guttenberg der „Bild“-Zeitung. 2008 war eine Kreuzberger Straße nach dem verstorbenen Studentenführer benannt worden. Mit seinem Vorschlag greift Guttenberg eine Idee wieder auf, die bereits 2004 vom damaligen Senatssprecher so kommentiert worden war: „Wir werden prüfen, ob wir einen geeigneten Ort finden.“

Eine Entscheidung darüber ist allerdings eine Angelegenheit der Bezirke, wie der amtierende Senatssprecher Günter Kolodziej am Mittwoch sagte: „Wir übermitteln aber gerne Herrn zu Guttenbergs Anregung mit der Bitte um wohlwollende Prüfung.“ Er wies zugleich darauf hin, dass Senat und Parlament des Ehrenbürgers Reagan am bevorstehenden 100. Geburtstag gedenken: mit einem Blumengebinde vor seinem Porträt im Abgeordnetenhaus sowie einem Kranz am Mausoleum der Ronald Reagan Presidential Library in Kalifornien. Das Andenken an Reagan sei aber nicht nur eine Sache Berlins, sondern auch des Bundes. Der Senatssprecher appellierte an zu Guttenberg, „die öffentliche Diskussion auch um Vorschläge zu bereichern, wie die Bundesregierung die ehrende Erinnerung an Reagan aufrechterhalten kann“. CDU-Chef Henkel reicht das nicht: Reagan habe ein „zusätzliches Zeichen der Dankbarkeit“ verdient. Lars von Törne

Autor

8 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben