CDU Brandenburg : Junghanns kandidiert für Parteivorsitz

Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns kandidiert für den Vorsitz der Brandenburger CDU. Der 50-Jährige ist der Wunschkandidat von Parteichef Jörg Schönbohm und tritt gegen Sven Petke an.

Potsdam - Die CDU steht vor einer Kampfkandidatur um den Parteivorsitz. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns kündigte in Potsdam an, sich um den Landesvorsitz der Union zu bewerben. Zuvor hatte bereits der im Zuge der E-Mail-Affäre zurückgetretene Generalsekretär Sven Petke seine Kandidatur erklärt. Parteichef und Innenminister Jörg Schönbohms begrüßte die Kandidatur. Der Wahlparteitag wird vorgezogen und soll einem Vorschlag Schönbohms zufolge am 27. Januar 2007 stattfinden.

Junghanns, der Wirtschaftsminister bleiben will, begründete seine Kandidatur damit, dass die Partei "Ehrlichkeit, Gradlinigkeit und Verantwortungsbewusstsein" brauche. Das wolle er einbringen. In Anspielung auf den Konkurrenten Petke, dem Teile der CDU politischen Egoismus vorwerfen, hob Junghanns hervor, er setze auf "Gemeinschaft, Willensstärke und Integrationskraft". Junghanns will zudem ein Personaltableau vorlegen, das die Partei in ihrer Bandbreite einbinde. "Ich kann die Mehrheit der Partei hinter mich bringen", hob er hervor.

Junghanns: CDU kein "Netzwerk für Machtspiele"

Ohne Petke zu nennen unterstrich Junghanns, dass die Volkspartei CDU nicht auf ein "Netzwerk für Machtspiele" reduziert werden dürfe. Die Union habe das Potenzial, bei den kommenden Wahlen viel besser abzuschneiden als zuletzt. Das Wählerpotenzial schätzt Junghanns auf über 30 Prozent ein.

Angaben dazu, mit welchen programmatischen Schwerpunkten er die Wähler aktivieren will, machte Junghanns aber nicht. Petke hatte dagegen den Brandenburgtag der Jungen Union am Samstag genutzt, um sein Antreten unter anderem damit zu begründen, dass sich die CDU etwa in der Familienpolitik öffnen müsse.

Basis leidet an Spaltung der Parteispitze

Ursprünglich war erwartet worden, dass sich Junghanns zu einer möglichen Kandidatur erst Ende der Woche äußern würde. Er betonte nun, er habe sowohl die CDU-Kreisvorsitzenden, die am Donnerstag mit Schönbohm zusammenkommen, als auch den CDU-Landesvorstand am Freitag nicht so lange im Unklaren lassen wollen. Zudem leide die Basis an der Spaltung der Parteispitze, weshalb seine Entscheidung notwendig geworden sei.

Zum Vorschlag Petkes, im Kampf um die Nachfolge Schönbohms Rededuelle bei Regionalkonferenzen abzuhalten, sagte Junghanns, die Partei allein bestimme, wie die Mitglieder die Kandidaten besser kennen lernten.

Schönbohm: Junghanns ist "Garant für die Regierungsfähigkeit"

Schönbohm betonte, Junghanns sei für ihn "der geeignete Vorsitzende für die CDU Brandenburg". Seine integrierende Fähigkeit habe der 50-Jährige immer wieder unter Beweis gestellt. Junghanns sei ferner der "Garant für die Regierungsfähigkeit" der Union und für die Fortsetzung der Arbeit der rot-schwarzen Koalition.

Der frühere Internetdienstleister des CDU-Landesverbands, Daniel Schoenland, hatte die E-Mail-Affäre mit Vorwürfen gegen Petke und den beurlaubten Landesgeschäftsführer Rico Nelte ausgelöst. Schoenland behauptet, dass in der CDU-Zentrale der E-Mail-Verkehr der CDU-Spitze überwacht worden sei. (Von Günter Brüggemann, ddp)

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