Berlin : CDU in der City West bleibt gespalten

CD

Charlottenburg-Wilmersdorf. Trotz der Fusion zum gemeinsamen Kreisverband ist die CDU in Charlottenburg und Wilmersdorf noch lange nicht zusammengewachsen. Das zeigte ein Kreisparteitag am Dienstagabend, bei dem die Christdemokraten ihre zwei Stadträte für das Bezirksamt nominierten. Der bisherige Wirtschafts- und Verwaltungsstadtrat Klaus-Dieter Gröhler (35) wurde zum Anwärter auf das Ressort Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung gewählt. Der langjährige Bezirksverordnete und Lehrer Joachim Krüger (52) soll für Personal, Verwaltung und Bürgerdienste zuständig werden. Er setzte sich klar gegen die Frauenbeauftragte Brigitte Kippe durch.

Die von Streit geprägten Aussprachen machten jedoch deutlich, dass sich die 70 Wilmersdorfer CDU-Delegierten von den 85 Vertretern der Charlottenburger Ortsverbände ausgebootet sahen. Zu Beginn der Sitzung wurde der Bundestagsabgeordnete Siegfried Helias aus Charlottenburg mit knapper Mehrheit wieder als Wahlkreiskandidat nominiert. Ihm unterlag der ehemalige Wilmersdorfer Kreis-Chef Christoph Lehmann, den liberale Parteifreunde um Ex-Finanzsenator Peter Kurth vorgeschlagen hatten. Gemäß früherer Absprachen hätte Lehmann in den Bundestag wechseln sollen.

Verärgert waren die Wilmersdorfer auch über den Umgang mit dem bisherigen Baustadtrat Alexander Straßmeir, der aus ihren Reihen stammt. Straßmeir verzichtete auf eine Kandidatur, nachdem der Kreisvorstand um den Vorsitzenden Ingo Schmitt sich am Vorabend für Gröhler als Nachfolger ausgesprochen hatte. Laut Schmitt hätte Straßmeir wegen Vorbehalten vieler Charlottenburger Parteimitglieder keine Chance gehabt, nominiert zu werden. Delegierte aus Wilmersdorf warfen Schmitt und dem Vize-Kreischef Axel Rabbach eine "Spaltung" des Kreisverbands und "Erpressung" vor. Beide hatten im Kreisvorstand angedroht, dass die Wilmersdorfer keinen Stadtrat stellen dürften, wenn sie nicht einen anderen als Straßmeir vorschlügen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar