Berlin : CDU startet Suche nach Landeschef Neuanfang nach Schmitts Bundestags-Nominierung

Lars von Törne

Der Neuanfang soll in dieser Woche beginnen. In den kommenden Tagen wollen sich die Mitglieder der Findungskommission der Berliner CDU zum ersten Mal treffen, um ihre Suche nach möglichen Nachfolgern des umstrittenen Berliner CDU-Landeschefs Ingo Schmitt zu starten. Das war gestern aus CDU-Kreisen zu hören. Neben der Kandidatensuche will das Gremium den Landesparteitag inhaltlich vorbereiten, der im Februar 2009 stattfinden soll und auf dem Schmitt sein Amt abgeben will.

Der Kommission gehören, wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe bereits gemeldet, folgende CDU-Funktionäre an: Der kommissarische Berliner Generalsekretär Bernd Krömer, der Bundestagsabgeordnete Karl Georg Wellmann, der ehemalige Landesvorsitzende Joachim Zeller, die Neuköllner Kreis-Chefin Stefanie Vogelsang und das Vorstandsmitglied Axel Ekkernkamp.

Zumindest in seinem Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf ist Schmitt weniger umstritten als manche erwartet hatten. Dort war er am Freitagabend trotz eines Konkurrenten erneut als Kandidat für die Bundestagswahl nominiert worden. „Das Ergebnis zeigt, dass ich aus Sicht der Mitglieder nicht alles falsch gemacht habe“, sagte Schmitt dem Tagesspiegel am Tag nach seiner Nominierung. Schmitt sitzt seit 2005 im Bundestag. „Es gibt immer welche, denen man mal auf den Fuß getreten hat“, sagte er mit Bezug auf die 14 Stimmen, die sein Gegenkandidat Christoph Wegener erhielt. Für Schmitt stimmten 60 der 77 Delegierten – ein im Vergleich zu 2005 sogar verbessertes Ergebnis, wie er betonte.

„Dieses deutliche Ergebnis an der Basis sollten seine Kritiker in aller demokratischen Fairness respektieren“, sagte Frank Henkel, der kürzlich den Vorsitz der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus übernommen hatte, nachdem der als Erneuerer angetretene Hoffnungsträger Friedbert Pflüger am Widerstand in der eigenen Partei gescheitert war.

Auch parteiinterne Kritiker gratulierten Schmitt gestern. „Ich bin überzeugt, dass er die Charlottenburger und Wilmersdorfer optimal im Bundestag vertritt“, sagte Stefanie Vogelsang, Neuköllner CDU-Kreisvorsitzende. Sie ist als Mitglied der Findungskommission dafür zuständig, die Partei auf die Zeit nach Schmitts Rücktritt Anfang 2009 vorzubereiten. Die Landesparteiführung und ein Bundestagsmandat – „das sind getrennte Dinge“, sagt sie. Lars von Törne

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