Berlin : CDU warnt Grüne vor Linksruck Henkel kritisiert „Flirt“ Linke begrüßen Öffnung

Berlins CDU-Chef Frank Henkel hat die Grünen davor gewarnt, sich vor der nächsten Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011 auf die SPD als potenziellen Koalitionspartner festzulegen. „Der unverhohlene Flirt der Grünen mit der SPD ist schon verwunderlich“, sagte Henkel am Sonnabend dem Tagesspiegel. Anlass war ein Doppelinterview, das SPD-Chef Michael Müller und Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann dieser Zeitung gaben. Darin hatten beide über ihre politischen Unterschied, aber auch über Gemeinsamkeiten gesprochen.

Nach Ansicht der CDU gehen die Grünen damit zu sehr auf die Sozialdemokraten zu: „Bislang bin ich davon ausgegangen, dass sich auch die Grünen dafür einsetzen, dass Wowereit die Quittung für seine verheerende Politik bekommt“, sagt Henkel. „Nun drängt sich der Eindruck auf, den Grünen sei egal, was für eine Politik gemacht werde – Hauptsache, sie sind dabei.“ Der CDU-Chef forderte die Grünen auf, sich zu entscheiden, „ob sie Herrn Wowereit zu einer weiteren Amtszeit verhelfen wollen oder nicht“.

Beim jetzigen Koalitionspartner der SPD verfolgt man die Annäherung der Grünen mit Sympathie: „Herr Ratzmann hat sich gegenüber dem linken Lager geöffnet“, sagt Linken-Fraktionschef Udo Wolf. Das verbessere die Chancen für eine rot-rot-grüne Koalition, sollte dies nach 2011 rechnerisch möglich sein. Allerdings lasse sich die Partei derzeit noch alle Optionen offen: Es gebe bei den Grünen auch etliche Politiker, die lieber mit der CDU als mit SPD und Linken zusammenarbeiten wollten. lvt

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