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Champions-League-Finale in Berlin : Neymar: "Das wichtigste Spiel meines Lebens"

Juventus Turin und der FC Barcelona bereiten sich auf das Champions-League-Finale vor. Torwartlegende Gianluigi Buffon lobt Marc-André ter Stegen. Barcelonas Kicker und Trainer Luis Enrique geben sich selbstbewusst - sie wollen das Triple.

von , , , und Raja Kraus
Barcelonas Stürmerstar Neymar gab sich bei der Pressekonferenz am Freitagabend im Olympiastadion bescheiden, aber zuversichtlich.
Barcelonas Stürmerstar Neymar gab sich bei der Pressekonferenz am Freitagabend im Olympiastadion bescheiden, aber zuversichtlich.Foto: UEFA/dpa

23.24 Uhr - In 24 Stunden wissen wir mehr: Morgen um diese Zeit dürfte schon der Gewinner der Champions League 2015 feststehen. Sofern die Partie nicht in die Verlängerung oder gar ins Elfmeterschießen geht. Juventus Turin gegen den FC Barcelona in Berlin. Darum dreht sich am Sonnabend alles. Wir werden Sie durch den ganzen Tag mit einem Liveticker begleiten. Die Impressionen des Freitags können Sie sich derweil in dieser Bildergalerie anschauen. Soviel für heute - gute Nacht!

22.18 Uhr - Weltauswahl kickte vor dem Brandenburger Tor: Cafu, Davor Suker, Clarence Seedorf, Giovane Elber oder David Trezeguet. Diese Namen lassen Fußballfans in der ganzen Welt mit der Zunge schnalzen. Und dass die alten Herren noch immer passabel den Ball streicheln können, bewiesen sie heute vor knapp 1000 Zuschauern auf dem Kleinfeld neben dem Brandenburger Tor. Eine von Ruud Gullit trainierte Weltauswahl trat dort nämlich gegen ein (Sie lesen richtig: gemischtes) Barça/Juve-Allstar-Team an. Die Finalisten vom Sonnabend hatten gemeinsam das Nachsehen. Gullits Weltauswahl gewann mit 14:12. Vor dem Anpfiff hatte die Blueman-Group vorgeführt, wie man eine Fußballmannschaft zum Sieg trommelt. 

21.55 Uhr - Zu Fuß aus Turin zum Finale: Wie viele Fans ist auch Nicolò De Marchi am frühen Nachmittag in Berlin angekommen. Seine Anreise dürfte aber um einiges beschwerlicher gewesen sein als die der übrigen Anhänger. Der Juve-Fan hat die über 1000 Kilometer vom Juventus Stadium in Turin bis zum Olympiastadion zu Fuß und mit dem Fahrrad zurückgelegt. Nur ein kleines Teilstück in den Alpen fuhr er wegen schlechter Wetterbedingungen in einem Auto. Der Italiener hatte vor dem Halbfinale gegen Real Madrid am Social-Media-Wettbewerb von Juventus #SeAndiamoInFinale (Wenn wir ins Endspiel kommen ...) teilgenommen und angekündigt, in diesem Fall zu Fuß nach Berlin zu laufen. Wie auf einem Foto, das der Verein auf Twitter veröffentlicht hat, zu sehen ist, hat es De Marchi rechtzeitig und gut gelaunt zum Brandenburger Tor geschafft. Als Belohnung für seinen neuntägigen Trip darf sich der 22-Jährige nun über eine Eintrittskarte für das große Finale freuen.

21.38 Uhr - Grüne kritisieren "Bevorzugung" der Uefa: Dass es auf der Fanmeile am Brandenburger Tor nichts vom Finale zu sehen gibt, hat bereits unseren stellvertretenden Berlin-Chef André Görke erzürnt. Doch auch von anderer Seite regt sich Kritik am Schaulaufen der Uefa. Die Grünen werfen der Verwaltung vor, mit zweierlei Maß zu messen, und sprechen von "Bevorzugung" des Fußballverbandes. Die Fanmeile ist ohne Kontrollen geöffnet. Im Gegensatz zu anderen Festen werden an den Uefa-Ständen auch Glasflaschen verkauft. Johannes Schneider von den Grünen in Mitte erklärt dazu: "Während die Uefa einen gewöhnlichen Bauzaun nutzen darf, stand das Umweltfestival lange wegen der Forderung eines extra gesicherten Spezialzaunes auf der Kippe. Von besonderen Sicherheitsvorkehrungen ist beim Uefa-Fest nicht viel zu erkennen." Zudem will er wissen, "in welchem Zusammenhang die UEFA-Spende an das Bezirksamt mit der Genehmigung der Werbe-Meile steht."

20.55 Uhr - Uefa darf steuerbefreit aufspielen: So ein Champions-League-Finale kommt nicht ohne Nachhilfe nach Berlin. Auf Antrag des Deutschen Fußball-Bundes muss Europas Fußballverband Uefa die Einnahmen des Finales nicht versteuern. Das ermöglicht der Paragraf 50, Absatz 4 des Einkommensteuergesetzes. Seit 2008 können die Finanzbehörden der Länder die Steuer ganz oder teilweise erlassen, wenn dies "im besonderen öffentlichen Interesse liegt". Andere europäische Länder gewährten schon viel länger Steuerfreiheit, was dazu führte, dass Uefa-Endspiele regelmäßig an Deutschland vorbeigingen. Inzwischen fordern Politiker von SPD, Grünen und Linken bundesweit, das Steuerrecht in der EU zu harmonisieren, damit IOC, Fifa und Uefa ihre Einnahmen bei sportlichen Großereignissen überall versteuern müssen.

20.23 Uhr - Teurer Ausflug ins Stadion: Übrigens, falls Sie bislang nur Ihr halbes Vermögen für Tickets ausgegeben haben und morgen tatsächlich ins Stadion gehen sollten, nehmen Sie bitte genügend Bargeld mit. Die Bockwurst kostet beim Champions-League-Finale 4 Euro, wie unser Kollege Stefan Hermanns nebenbei übermittelt hat. Den halben Liter Bier gibt's für 5 Euro - und dann natürlich nur alkoholfrei.

19.55 Uhr - Breitscheidplatz rüstet sich für Fan-Ansturm: Das große Fanfest zum DFB-Pokalfinale hatte die AG City abgesagt - die Dortmunder kamen vergangenen Sonnabend trotzdem. Und auch die Party zum Champions-League-Finale findet nicht so statt wie angedacht. Wegen des Sicherheitskonzeptes hatte es Auseinandersetzungen mit der Senatsverwaltung gegeben. Heute Nachmittag war noch nicht viel los. Aber morgen werden tausende von Fußballfans erwartet. Unser Ku'damm-Blogger Cay Dobberke hat sich schon mal umgesehen, wie sich die City West darauf vorbereitet. Man hat zumindest einen kleinen Kompromiss gefunden: Acht Imbissbuden sollen Wildpinkler von der Gedächtniskirche fernhalten.

Kommt ein Klo geflogen. Per Kranwagen schwebte dieser Toilettencontainer ein, auf der anderen Seite der Gedächtniskirche steht ein zweiter.
Kommt ein Klo geflogen. Per Kranwagen schwebte dieser Toilettencontainer ein, auf der anderen Seite der Gedächtniskirche steht ein...Foto: Cay Dobberke

19.26 Uhr - Was erwartet Luis Enrique von Lionel Messi? "Ich erwarte das Beste von meiner Mannschaft", sagt Luis Enrique - der offenbar den Druck von seinem Superstar nehmen will. Alle Spieler sollten "das Beste von sich geben". Damit geht die Pressekonferenz auch zu Ende. Zeit wird's: Um 19.45 Uhr steht das Abschlusstraining des FC Barcelona im Olympiastadion an.

19.18 Uhr - Iniesta soll auflaufen: Zuletzt gab es Sorgen um Mittelfeldstar Andres Iniesta. Doch Luis Enrique gibt praktisch Entwarnung. "Er hat heute gut trainiert", sagt er über seinen Regisseur. "Ich glaube, er wird es morgen schaffen zu spielen."

19.15 Uhr - Nach den Spielern spricht der Trainer: Meistertrainer Luis Enrique tritt nach seinen beiden Stars vor die Medien. "Ich hoffe, dass wir mehr Ballbesitz haben als der Gegner", sagt er. Allerdings: "Ich glaube nicht, dass zwei Spielarten aufeinandertreffen." Juve sei "eine Mannschaft, die immer eine Lösung hat".

19.08 Uhr - Der Blick aufs Triple: Die spanische Meisterschaft und den spanischen Pokal hat der FC Barcelona schon in der Tasche. Nun strebt die Mannschaft das Triple an. "Wir sind nur noch 90 Minuten davon entfernt", sagt Piqué.

19.06 Uhr - Piqué erwartet aggressive Turiner: Nach der Spielanlage gefragt, erklärt Gerard Piqué, dass er mit druckvollen Italienern rechne, mit aggressivem Gegenpressing. Ballbesitz, Spielkontrolle hier, unangenehme Störmanöver dort - darauf könnte es hinauslaufen.

19.02 Uhr - "Das wichtigste Spiel meines Lebens": Neymar hat bekanntlich im vergangenen Jahr eine bittere Heim-WM erlebt. Wegen einer schweren Rückenverletzung verpasste er das Halbfinale gegen Deutschland, das jetzt schon legendäre 7:1 für die Löw-Truppe. Kein Wunder, dass das Champions-League-Finale in Berlin für den Stürmerstar von überragender Bedeutung ist. "Es ist das wichtigste Spiel meines Lebens, und deswegen werde ich alles versuchen, dass wir morgen als Sieger vom Platz gehen können." Auch wenn Neymar und Piqué sich bescheiden geben, wenn es um die Favoritenrolle geht, spricht aus ihren Worten doch Selbstbewusstsein. Er werde so spielen, wie er immer spiele, sagt Neymar.

18.58 Uhr - Barca hat Spaniens beste Abwehr: Alles spricht von der Offensive, aber ein Journalist weist darauf hin, dass Barcelona über die beste Abwehr in Spanien verfügt. Piqué betont, dass es dabei nicht nur auf die nominellen Abwehrspieler ankomme, sondern auf das gesamte Verhalten der ganzen Mannschaft.

18.56 Uhr - Neymar will gewinnen: Ein Journalist will wissen, ob Barcelona sich als Favorit sieht. Der brasilianische Star windet sich. "Es sind zwei Mannschaften mit sehr talentierten Spielern, und es ist ein Finale", sagt er. Und dann die Überraschung: "Wir wollen natürlich gewinnen." Er bekennt sich dazu, ein Buffon-Fan zu sein. "Aber ich wäre sehr glücklich, wenn ich morgen ein Tor gegen ihn erzielen könnte."

18.53 Uhr - Gerard Piqué und Neymar stellen sich den Medien: Die Pressekonferenz des FC Barcelona hat begonnen. "Wir müssen Ballbesitz haben, wir müssen die Kontrolle behalten", gibt Verteidiger Gerard Piqué als Devise aus. "Wir werden unseren Stil beibehalten." Italienische Mannschaften seien schwere Gegner.

18.32 Uhr - Juve testet den Berliner Rasen: Turins Trainer Massimiliano Allegri hat mittlerweile seine Elf zum Abschlusstraining im Olympiastadion versammelt. Stars wie Andrea Pirlo und Gianluigi Buffon machen sich mit dem Grün in Berlin vertraut.

18.03 Uhr - 14 sprachkundige Polizisten für 25.000 Fans: Auf den Flughäfen und Bahnhöfen sollen am Wochenende 1000 Einsatzkräfte der Bundespolizei für einen reibungslosen Empfang der italienischen und spanischen Fans sorgen. 25.000 Fans werden per Flieger erwartet, vor allem auf dem Flughafen Schönefeld. Auf dem Messegelände in Seelchow gibt es einen zusätzlichen Abfertigungsbereich. Und damit die Fußballfans sich wie zu Hause fühlen, sind nicht weniger als 14 sprachkundige Bundespolizisten im Einsatz. Wie gesagt: für 25.000 Fans. Derweil warnt die Berliner Polizei vor Karten vom Schwarzmarkt. Die Gefahr, Fälschungen zu erwerben, sei hoch.

17.42 Uhr - Buffon lobt ter Stegen: Die Juve-Pressekonferenz war mäßig spektakulär. Was will man auch erwarten, wenn kein Thomas Müller vorm Mikro hockt? Eines wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten. Torwartlegende Gianluigi Buffon hat seinen jungen Kollegen Marc-André ter Stegen gelobt. "Er ist ein sehr verlässlicher Torwart", sagte der Juve-Keeper. "Er hat bestätigt, was er bei Borussia Mönchengladbach gezeigt hat, ich mag seine Art, zu spielen." ter Stegen ist 14 Jahre jünger als Buffon, der ihm eine "lange und erfolgreiche Karriere" wünschte. "Ich hoffe, dass er noch ein paar Siege davon tragen wird - aber nicht morgen."

17.11 Uhr - Weichenstörung bremst Züge aus: Eine Weichenstörung im Bereich des Bahnhofs Zoologischer Garten sorgt für massive Verspätungen im Berliner Berufsverkehr. Pendler und Champions-League-Fans müssen in Fern- und Regionalzügen mit Verzögerungen von mehr als 30 Minuten rechnen. Vor wenigen Minuten hat die Bahn die Störung wieder behoben. Seit 17 Uhr versucht man, wieder zum planmäßigen Verkehr überzugehen. Naja, bis zum Anpfiff morgen Abend werden wohl alle ankommen - ob im Olympiastadion oder vor dem heimischen Fernseher.

16.52 Uhr - Ehre, wem Ehre gebührt: Getreu diesem Motto macht der dienstälteste Spieler der Turiner den Anfang bei der Fragerunde: Torhüter-Legende Gianluigi Buffon. "Eigentlich ist Barcelona der Favorit, sie haben unglaubliche individuelle Spieler", sagt der 37-Jährige. "Aber wir werden nicht wie ein Opfer auftreten, das sich schon vorher ergibt."

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