Berlin : Charité-Ärzte drohen mit Streik im August

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Die Charité steht möglicherweise vor einem Ärztestreik. Ob es schon im August zu einem Ausstand kommt, hängt nach Angaben des Marburger Bundes – der Gewerkschaft der Klinikärzte – vom Ausgang des heutigen Treffens mit dem CharitéVorstand ab. Ängstlich vermeidet man das Wort Verhandlung, weil die Gewerkschaft Verdi drohte, die derzeitigen Tarifverhandlungen für die nichtärztlichen Beschäftigten platzen zu lassen, falls Ärzte und Vorstand separat verhandelten. Deshalb wird der Vorstand dem Vernehmen nach auch nicht mit einem konkreten Vorschlag in das Gespräch gehen – den aber erwartet der Marburger Bund. Bricht dieser die Verhandlung deswegen ab, wird ein Streik wahrscheinlich. Die Bereitschaft der Mediziner dazu sei sehr groß, heißt es von Ärztevertretern. Für den 5. August hat der Bundesvorstand des Marburger Bundes zu einem bundesweiten Protesttag aufgerufen, an dem Klinikärzte gegen angeblich unzumutbare Arbeitsbedingungen protestieren. Bisher war die Charité wegen der Tarifverhandlungen davon ausgenommen. Dies könnte sich heute ändern.

Unterdessen sind die Tarifverhandlungen für die rund 8500 nichtärztlichen Beschäftigten des Klinikums nach Angaben von Verdi auf gutem Weg. Der Vorstand habe ein neues Angebot gemacht. Einerseits werde eine Verkürzung der Arbeitszeit auf bis zu 35 Wochenstunden ohne Lohnausgleich gefordert. Gleichzeitig habe der Vorstand unter anderem angeboten, dass die Charité in den kommunalen Arbeitgeberverband zurückkehre. Das sei eine „gute Verhandlungsbasis“, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. I.B.

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