Berlin : Charité behandelt jährlich 50 drogenkranke Babys

Immer mehr drogenabhängige Frauen in Berlin bekommen Babys. Gab es im Jahr 2005 noch 1345 drogenkranke junge Mütter, waren es im vergangenen Jahr 1353. Das geht aus einer Kleinen Anfrage hervor, die Mieke Senftleben, familienpolitische Sprecherin der FDP im Abgeordnetenhaus, stellte. Demnach gingen auch im Zeitraum von Mai 2007 bis April 2008 33 Gefährdungsmeldungen bei der Kinderschutz-Hotline ein, die auf drogensüchtige Mütter verwiesen. Die Charité gab dafür an, dass in der Neonatologie in Mitte in den Jahren 2006 und 2007 jährlich rund 50 Babys wegen Drogenentzugssymptomen behandelt wurden.

Senftleben plädiert für mehr Vorsorge bei drogenabhängigen Müttern in Berlin. „Für diese Frauen sollte ein Netzwerk zwischen Kliniken, Gynäkologen und Schwangerenkonfliktberatungsstellen in unserer Stadt ausgebaut werden“, sagte sie dem Tagesspiegel. Es gebe bisher nur wenige Einrichtungen, die sich um erkrankte Mütter und deren Kinder kümmerten. Auch seien Therapieangebote qualitativ sehr unterschiedlich, sagte sie. Die Charité biete Schwangeren ein Methadonprogramm an, während die Einrichtung Tannenhof Frauen in ihrem Entzug therapeutisch über Monate begleite.

Nach der Sommerpause will Senftleben das Thema noch deutlicher zur Sprache bringen. „Wir müssen nachbohren und Frauen mehr Hilfen anbieten.“ liv

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