Charité in Berlin : Chefetage leert sich: Auch Pflegedirektorin verlässt Uniklinik

Nach Finanzchef Matthias Scheller hat nun auch Pflegedirektorin Evelyn Möhlenkamp den Dienst an der Charité quittiert. Sie durfte nicht in den Vorstand aufrücken.

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Die zweite Führungskraft in kurzer Zeit verlässt die Berliner Uniklinik Charité.
Die zweite Führungskraft in kurzer Zeit verlässt die Berliner Uniklinik Charité.Foto: dapd

Die Pflegedirektorin der Charité, Evelyn Möhlenkamp, verlässt noch in diesem Monat die Universitätsklinik. Dies erfolge auf eigenen Wunsch, teilte die Charité-Leitung am Donnerstag mit, man bedauere Möhlenkamps Ausscheiden. Sie wolle eine eigene Beratung zur Organisationsentwicklung in Krankenhäusern gründen. Dem Vernehmen nach wollte die Pflegedirektorin in den bislang vierköpfigen Vorstand aufrücken. Doch der Aufsichtsrat der landeseigenen Klinik unterstützte das offenbar nicht.

An der Charité müssen neben den Interessen der Ärzte in den einzelnen Klinikzentren auch die der Forscher an der Fakultät berücksichtigt werden. Für die Pflegedirektorin war wohl auf absehbare Zeit kein Platz frei. Das ist insofern bemerkenswert, als derzeit harte Tarifverhandlungen um mehr Pflegepersonal geführt werden. Die in Verdi organisierten Schwestern und Pfleger traten zuletzt sogar in einen Warnstreik. Sie fordern mehr Fachkräfte auf allen Stationen, um Überstunden, Stress und Fehler am Krankenbett zu vermeiden.

Erst vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass der Finanzchef der Charité, Matthias Scheller, nach acht Jahren den Vorstand der Universitätsklinik verlässt, bis Ende August dieses Jahres. Auch dies erfolgt demnach auf eigenen Wunsch. Scheller führt in diesen Tagen für den Arbeitgeber die Tarifverhandlungen mit Verdi. Das bislang letzte Treffen hatte es Anfang der Woche gegeben. Für beide Posten gibt es derzeit noch keine Nachfolger. Charité-Aufsichtsratsvorsitzende ist Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

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