Berlin : Charité will entlassen Tarifverhandlungen ergebnislos abgebrochen

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An der Charité drohen betriebsbedingte Kündigungen. Die Verhandlungen zwischen dem CharitéVorstand und den Gewerkschaften über Millioneneinsparungen beim Personal wurden gestern ergebnislos abgebrochen – auch wenn beide Seiten offiziell noch nicht von einem Scheitern sprechen wollen. Eine für den heutigen Freitag vereinbarte Verhandlungsrunde hat die Gewerkschaft Verdi abgesagt, einen neuen Termin gibt es nicht. „Die Positionen liegen zu weit auseinander“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Spies. Falls die Verhandlungen scheiterten, werde die Charité betriebsbedingt kündigen, erklärte der Vorstand des Klinikums gestern. Dem Vernehmen nach wären davon rund 500 Stellen betroffen.

Die Charité will durch den neuen Tarif die Personalkosten um rund 32 Millionen Euro jährlich senken. So sollen die 15 000 Beschäftigten unter anderem weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten und ohne Lohnausgleich kürzer arbeiten. Im Gegenzug will der Vorstand bis 2012 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Dies sei das „letzte Angebot“.

Verdi verlangt stattdessen eine Beschäftigungssicherung bis 2017 und weitere Veränderungen am Angebot. „Die Charité-Beschäftigten dürfen nicht mehr Lohn verlieren als ihre Kollegen von Vivantes“, sagt Spies. Im Übrigen sei der Senat bei Vivantes bereit gewesen, parallel zum Verzicht der Beschäftigten dem Klinikkonzern Millionenhilfen zu zahlen. Bei der Charité wolle er dies nicht.I.B.

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