Berlin : Charlottenburg: Arbeitsgemeinschaft City verliert ihre Innenstadt-Managerin

Cay Dobberke

Die Händler- und Werbegemeinschaft AG City verliert Ende Juni ihre "City-Managerin" Eva Degünther. Auf Nachfrage bestätigte die 31-jährige die unter Händlern kursierenden Gerüchte über ihre Kündigung. "Ich sollte Geschäftsführerin werden, aber das will ich nicht." Stattdessen werde sie selbstständig "im Event-Bereich" tätig und rechne damit, "einiges für die Region bewegen" zu können. Einzelheiten nannte die scheidende City-Managerin nicht. Erst im September hatte sie ihre Aufgabe, die Attraktivität der westlichen Innenstadt zu steigern, übernommen und ein Büro im Europa-Center bezogen.

Für die meisten der rund 160 AG-City-Mitglieder und für den Einzelhandelsverband kommt der Weggang überraschend - zumal es bei der Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft am vorigen Donnerstag keine Hinweise darauf gegeben hatte. Dem AG-City-Vorsitzenden Peter Hosemann hatte Degünther ihre Absichten schon rund eine Woche vorher mitgeteilt, aber dieser hoffte, "dass sie es sich noch anders überlegt". Kritiker der Organisation wollen von einem Kompetenzgerangel in der Führung erfahren haben. Teehändler Werner Schmitt von der konkurrierenden "Kurfürstendamm Gesellschaft" sieht Konflikte mit einer "Betonfraktion". Hosemann lobt dagegen den "hohen Zuspruch", den die Aktivitäten der City-Managerin gefunden hätten. Allerdings gibt er zu, es sei "sicher schwierig für jemanden, der immer selbstständig war, in einem Verein mit Satzung zu arbeiten".

Eva Degünther stammt aus Frankurt am Main und studierte Germanistik. Später leitete sie eine Fernseh-Produktionsfirma, gestaltete Internetauftritte und entwickelte Marketingkonzepte. Bei der AG City kümmerte sie sich zum Beispiel um ein neues Konzept für die "Europarty" auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße sowie um die Weihnachtsbeleuchtung. Im Juli hätte sie die Nachfolge der langjährigen Geschäftsführerin Manuela Remus-Woelffling antreten können, deren Posten seit dem August vorigen Jahres vakant ist. Jetzt beginnt die Suche nach neuen Kandidaten für den Posten.

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