Charlottenburg : Baustadtrat: Drogenproblem am Stuttgarter Platz spitzt sich zu

Rund um die Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg sieht Bezirksbaustadtrat Gröhler ein wachsendes Drogenproblem. Die Grünen widersprechen.

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So sei der Spritzenautomat des Drogenhilfeträgers Fixpunkt unter der S-Bahnbrücke am Stuttgarter Platz der am zweitstärksten frequentierte in Berlin, sagte Bezirksbaustadtrat Klaus-Dieter-Gröhler (CDU). Nur am Kottbusser Tor in Kreuzberg zögen Heroinsüchtige noch mehr Spritzbestecke aus Automaten. Außerdem beklagten Händler die Beschaffungskriminalität: „Diebstähle und räuberische Straftaten nehmen insbesondere im Bereich der Fußgängerzone deutlich zu“, sagte Gröhler, der auch Bürgermeisterkandidat für die BVV-Wahlen im September ist, bei einer CDU-Veranstaltung mit Anrainern. Die Lage sei „jahrelang stabil geblieben, hat sich aber in den letzten Monaten zugespitzt“.

Doch so sehen es nicht alle. „Es existiert keine offene Drogenszene“, sagte Fixpunkt-Mitarbeiter Felix von Ploetz am Mittwoch auf Nachfrage. In der Tat werde der Spritzenautomat stark genutzt: Der Umsatz mit „Sets“, die 50 Cent oder einen Euro kosten und auch Zubehör wie Tupfer enthalten, betrage mehr als 12 500 Euro pro Jahr – etwa zwei Drittel so viel wie am Kottbusser Tor. Hinweise auf Rauschgifthandel erhalte er regelmäßig, „es gibt aber keine Eskalation“. Auch Sozialstadträtin Martina Schmiedhofer (Grüne) sagt, es gebe keine besonderen Auffälligkeiten. Oft scheine es „mysteriös“, wo die vielen Benutzer des Spritzenautomaten blieben. Aus Anwohnerbeschwerden sei bekannt, dass manche sich das Heroin in Häuserfluren spritzen. Junkies verlören aber rasch das Interesse, wenn Haustüren verschlossen seien oder nicht gleich bei jedem Klingeln geöffnet würden. Fallengelassen wurde die Idee, ein Drogenmobil von Fixpunkt in der Straße einzusetzen. Dagegen hätten Anrainer vor kurzem schon bei einer Veranstaltung ihrer Verwaltung protestiert, so Schmiedhofer. Cay Dobberke

Für Freitag, 6. Mai, lädt das Bezirksamt zur Diskussion über die Drogenprobleme an der Wilmersdorfer Straße ein. Beginn ist um 17 Uhr im BVV-Saal des Rathauses Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz.

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